Fall des Tour-Siegers:Verband will Contador sperren
Bei der letzten Frankreichrundfahrt fällt der spanische Radprofi durch ein Kälbermastmittel im Blut auf. Contadors Begründung dafür ist zwar dubios, doch statt für eine zweijährige Sperre reicht es wohl nur für ein Jahr.
Der dreimalige Tour-de-France-Sieger Alberto Contador soll wegen Dopings für ein Jahr gesperrt werden. Das sieht eine vorläufige Entscheidung des spanischen Radsportverbands (RFEC) vor, die am 26. Januar den Anwälten des spanischen Radprofis ausgehändigt wurde.
Laut Verbandskreisen hat Contador nun eine Frist von zehn Tagen, um gegen den vorläufigen Beschluss Einspruch einzulegen. Danach fällt der Verband sein definitives Urteil. Dieses wird etwa für etwa Mitte Februar erwartet.
Alberto Contador droht eine einjährige Sperre
Wenn der RFEC dann an der Sperre von einem Jahr festhält, würde Contador der Titel als Tour-de-France-Sieger des Jahres 2010 aberkannt. Außerdem könnte der Spanier an der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt nicht teilnehmen.
Der 28-jährige Madrilene war am zweiten Ruhetag der letztjährigen Tour de France positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet worden. Er führt den Befund auf den Genuss eines verunreinigten Steaks zurück und bestreitet jedes Doping. Der dreifache Tour-Sieger trainiert derzeit mit seinem neuen Team Saxo Bank auf der Ferieninsel Mallorca und bereitet sich dort auf die neue Saison vor.
Aus Verbandskreisen verlautete, dass der RFEC davon ausgehe, Contador aufgrund der minimalen Menge von Clenbuterol kein absichtliches Doping nachweisen zu können. Deshalb plädierte der Verband dafür, die sonst übliche Sperre von zwei Jahren bei Dopingfällen auf die Hälfte zu verkürzen.
Es gilt als sicher, dass das Verfahren auch nach der endgültigen Entscheidung des RFEC sich noch längere Zeit hinziehen wird. Man geht davon aus, dass die Angelegenheit in jedem Fall vor dem internationalen Sportgericht CAS enden wird. Contador hatte bereits angekündigt, eine Sperre auf jeden Fall vor dem CAS anfechten zu lassen. Auf der anderen Seite wollen der Weltverband UCI und die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada vor das Sportgericht ziehen, wenn die Strafe nach ihrer Ansicht zu milde ausfällt.
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