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Merken   Drucken   22.09.2012, 17:06 Schriftgröße: AAA

Formel 1: Hamilton holt Pole Position in Singapur

Das war ganz knapp: Sebastian Vettel hat die Pole Position im Nachtrennen von Singapur schon sicher geglaubt. Aber am Ende muss sich der Deutsche dann doch Lewis Hamilton geschlagen geben. Ein schlechtes Omen: Auf der Strecke gewann in den vergangenen drei Jahren stets der Mann auf Startplatz eins.
© Bild: 2012 AFP/PUNIT PARANJPE
Das war ganz knapp: Sebastian Vettel hat die Pole Position im Nachtrennen von Singapur schon sicher geglaubt. Aber am Ende muss sich der Deutsche dann doch Lewis Hamilton geschlagen geben. Ein schlechtes Omen: Auf der Strecke gewann in den vergangenen drei Jahren stets der Mann auf Startplatz eins.

Sebastian Vettel hat die sicher geglaubte Pole Position in Singapur verpasst. McLaren-Pilot Lewis Hamilton gelang eine Zauberrunde. Und noch einer war schneller als der Formel-1-Titelverteidiger.

Ratlos wischte sich Sebastian Vettel den Schweiß von der Stirn. "Ich bin ein bisschen enttäuscht. Keine Ahnung, warum wir den Schritt nicht mehr machen konnten", sagte der Formel-1-Weltmeister nach der verpassten Pole Position von Singapur. Mehr als eine halbe Sekunde fehlte dem Titelverteidiger am Samstag in der nächtlichen Qualifikation auf dem Marina Bay Street Circuit zum blitzschnellen Lewis Hamilton. Und dann schnappte Williams-Pilot Pastor Maldonado dem Deutschen als Zweiter überraschend auch noch den Platz in der ersten Startreihe weg.

"Es ist schade. Der Speed war da, aber es kam nicht zusammen", urteilte Vettel. Alle drei Trainingseinheiten hatte der WM-Vierte zuvor dominiert, teils mit deutlichem Abstand auf seine Rivalen. Doch als es darauf ankam, zauberte diesmal Hamilton in seinem McLaren eine perfekte Runde auf den Asphalt. "Das war großartig, ich bin echt glücklich", sagte der WM-Zweite, den die Spekulationen um einen Wechsel zu Mercedes zu beflügeln scheinen.

Hamilton schaffte sich mit der 24. Pole seiner Karriere die beste Ausgangsposition für eine Fortsetzung seiner Aufholjagd auf den Gesamtführenden Fernando Alonso. In Singapur gewann in den vergangenen drei Jahren stets der Mann auf Startplatz eins. Ferrari-Star Alonso wurde hinter Jenson Button Fünfter und muss im Rennen nun Schadensbegrenzung betreiben. "Du hast nicht eine Sekunde, in der du dir einen Fehler erlauben kannst. Wir müssen den anderen dann gratulieren, wenn sie schneller sind", meinte der Spanier.

In den 14. von 20 Saisonläufen am Sonntag (14 Uhr MESZ/RTL und Sky) nimmt Alonso 37 Punkte Vorsprung auf Hamilton mit. Lotus-Pilot Kimi Räikkönen, der als Zwölfter startet, hat 38 Zähler Rückstand, Vettel noch einen mehr. "Es ist ein langes Rennen, da kann viel passieren", sagte der Hesse in der Hoffnung auf satte Punkte.

Die beiden Mercedes-Piloten Michael Schumacher und Nico Rosberg begnügten sich mit den Plätzen neun und zehn. Aus strategischen Erwägungen fuhren die Silberpfeil-Fahrer im Schlussabschnitt keine gezeitete Runde mehr und können daher bei der Reifenstrategie pokern. "Wenn man sich die Zeiten anschaut, war das ziemlich das Optimum, was für uns drin war", urteilte Schumacher.

Knapp verfehlte Force-India-Fahrer Nico Hülkenberg den Sprung unter die besten Zehn. "Ich bin ziemlich frustriert", bekannte der Emmericher, der fest mit einem Top-Ten-Platz gerechnet hatte. Ein taktischer Fehler im zweiten Durchgang kostete Hülkenberg jedoch seine Chance.

Sauer war auch Timo Glock. Der Marussia-Fahrer fühlte sich von Vettels Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber behindert. "Er hat mir die Runde kaputt gemacht", wetterte der Wersauer, räumte aber auch eigene Fahrfehler ein. Als 21. schied Glock auch diesmal schon im ersten Durchgang der Qualifikation aus.

Mann der Stunde bleibt dagegen Hamilton. Zwei der letzten drei Rennen hat der Brite gewonnen, zum fünften Mal in dieser Saison raste er auf Pole Position. Sein McLaren scheint derzeit mit jeder Strecke zurecht zu kommen. "Sebastian war unglaublich schnell im Training, daher bin ich zufrieden, dass ich die Runde noch aus dem Hut zaubern konnte", sagte der 27-Jährige und grinste schelmisch.

  • dpa, 22.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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