Für Sebastian Vettel (vorn) war das Rennen schnell beendet
Die sonst zu Statisten degradierten Konkurrenten konnten die Gunst beim Großen Preis im Wüstenstaat nutzen. Lewis Hamilton triumphierte nach einer der "besten Leistungen, die ich gezeigt habe". Der britische Ex-Weltmeister widmete seinen dritten Saisonsieg noch via Boxenfunk seiner Mama zu deren Geburtstag. Zweiter hinter dem McLaren-Mercedes-Mann wurde Ferrari-As Fernando Alonso, auf Rang drei kam der WM-Zweite Jenson Button im zweiten McLaren.
Bester Deutscher war diesmal Nico Rosberg, der wenige Tage nach seiner Vertragsverlängerung bei Mercedes Platz sechs belegte. Dahinter fuhren Teamkollege Michael Schumacher und Force-India-Pilot Adrian Sutil auf die Ränge sieben und acht. Timo Glock kam im Marussia-Virgin auf den 19. Platz.
Vettel verpasste nicht nur seinen Abu Dhabi-Hattrick, sondern auch die Chance, den Siegrekord in einer Saison von Michael Schumacher aus dem Jahr 2004 mit 13 Grand-Prix-Erfolgen zu egalisieren. Vor dem Saisonfinale in zwei Wochen in Sao Paulo hat der Hesse elf Erfolge auf dem Konto.
Ausgerechnet am Ort seines ersten WM-Triumphs gab es für Vettel nichts zu feiern; eine geschenkte Gitarre von Paul McCartney brachte dem Beatles-Fan kein Glück. Dabei hatte Mr. Makellos am Tag zuvor noch den Ton angegeben: Mit seiner 14. Pole Position in diesem Jahr stellte der Heppenheimer den fast schon verstaubten Rekord des Briten Nigel Mansell (1992) ein. Und auch als die Roten Ampeln ausgingen, fand Vettel gleich den Rhythmus: "Der Start war perfekt, die erste Kurve genauso."
"Dann bist du einfach nur noch Passagier"
Der 24-Jährige, der bis dahin nur einmal in diesem Jahr das Podest verfehlt hatte, bog bereits mit einigen Metern Vorsprung ungefährdet in die erste Kurve auf dem 5,554 Kilometer langen Yas Marina Circuit ein. Doch unmittelbar danach rutschte Vettel mit seiner sonst so zuverlässigen "Kinky Kylie" von der Strecke: Der rechte Hinterreifen war geplatzt, das Gummi bereits von der Felge gerutscht. "Dann bist du einfach nur noch Passagier", meinte Teamchef Christian Horner.
Vettel tuckerte rund fünf Kilometer über die Strecke bis zur Box. Nachdem er das letzte Mal am 24. Oktober 2010 klar auf Siegkurs liegend beim Großen Preis von Südkorea wegen eines Motorschadens ausgeschieden war, musste er diesmal nach einer Runde raus: Die Radaufhängung war nach dem Plattfuß ebenfalls kaputt.