Neben dem Weltmeister verblassen andere deutsche Talente der Formel 1. Nico Rosberg und Nick Heidfeld werden wohl auch in Budapest nur hinterherfahren. von Elmar Brümmer, Budapest
Richtig was zu feiern gab es bei Mercedes GP in dieser Saison wenig. Beim Großen Preis von Budapest an diesem Wochenende gibt es, zumindest symbolisch, zwei Torten mit 100 Kerzen: Der Achtzylinder mit dem Stern geht in seinen 100. Grand Prix. Ebenso wie Nico Rosberg. Für den deutschen Rennfahrer verläuft die Karriere aber trotz aller Talente nicht so erfolgreich wie für die Mercedes-Maschine, die insgesamt 32 Siege einfahren konnte; der 26-Jährige wartet immer noch auf seinen ersten Formel-1-Sieg. Ein Schicksal, das auch Renault-Pilot Nick Heidfeld teilt. Er hat bereits 182 Rennen ohne Grand-Prix-Erfolg hinter sich, und er muss mit 34 Jahren ernsthaft bangen, ob er nicht bald ausgewechselt wird.
"Dass ich mein 100. Formel-1-Rennen bestreite, ist irgendwie verrückt, wenn man bedenkt, dass mein Vater in seiner gesamten Karriere 114 Rennen bestritten hat", sagt Nico Rosberg. Vater Keke war 1982 Weltmeister geworden, vollbrachte dabei das Kunststück, den Titel mit nur einem einzigen Sieg zu holen. Der Junior wäre fürs Erste schon mit dem einen Sieg zufrieden. Dass der nicht in Sicht ist, liegt nach Rosbergs Ermessen nicht an den eigenen fahrerischen Fähigkeiten: "Gebt mir ein Siegerauto, dann beweise ich, was ich kann." Teamintern hat er gegen Rekordweltmeister Michael Schumacher die Nase vorn, nach Qualifikationsduellen steht es 9:1 für Rosberg - aber das sind nur Erfolge in der Egowertung.
Nick Heidfeld fährt seit der Jahrtausendwende ununterbrochen in der Formel 1
Blickt man auf seine Erwartungshaltung für Budapest, in der von "weiteren kleinen Schritten" die Rede ist, dann schwingt da die Furcht mit, ob es mit dem großen Durchbruch je klappen wird. Sein Kumpel Lewis Hamilton war im ersten Karrierejahr gleich Vizeweltmeister und in der zweiten Saison Champion, vom Durchmarsch eines Sebastian Vettel ganz zu schweigen. Etwas Positives aber bleibt für Rosberg neben bislang einem zweiten und vier dritten Plätzen: "Die Formel 1 beschleunigt die Persönlichkeitsentwicklung."
Wenn es jemand gibt, der nachfühlen kann, wie es Rosberg gehen muss - dann Nick Heidfeld. Seit der Jahrtausendwende ist er ununterbrochen in der Formel 1, leider häufig im falschen Auto. Acht mal war er als Grand-Prix-Zweiter schon ganz nah dran am großen Erfolg. Im letzten Jahr schien die Karriere auszutrudeln: erst Ersatzpilot bei Mercedes, dann Reifentester bei Pirelli. Und Ende. Als Robert Kubica zu Saisonbeginn einen Rallyeunfall mit schweren Verletzungen überlebte, war Heidfeld beim Renault-Team willkommen. Die Franzosen galten als Geheimfavorit, im zweiten Rennen schaffte es der Mönchengladbacher als Dritter aufs Treppchen; danach kam nicht mehr viel.
Obwohl der Fortschritt in der Genesung Kubicas ungewiss ist, wird hinter kaum noch vorgehaltener Hand von einer Rückkehr des Polen 2012 gesprochen. Schon in Budapest setzt Renault-Teamchef Eric Boullier, der bisher nie als Freund des Deutschen aufgefallen ist, ein Zeichen: Im ersten Freitagstraining wird der Brasilianer Bruno Senna im Cockpit sitzen. Boullier wird im Branchenblatt "Motorsport aktuell" zitiert: "Nick ist gut, aber nicht gut genug."
Schon wird offen über eine Rückkehr zu Mercedes oder BMW diskutiert, allerdings in der Deutschen Tourenwagen-Masters. Konkurrent Senna ist keine sportliche Alternative, aber er bringt reichlich Sponsorengelder mit; der Druck auf Heidfeld wächst. Vielleicht sollte er damit so umgehen, wie es Nico Rosberg mit dem Rückblick auf seine 99 Rennen hält: "Die schönen Erinnerungen kommen mir schneller in den Sinn als die weniger guten. Und es sollen noch viele schöne hinzukommen."
Die letzte Etappe entschied einmal mehr Routinier Alessandro Petacchi für sich. Doch dem früheren Zeitfahr-Weltmeister Rogers war der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen. mehr
Trotz Verletzungspechs scheint Europameister Spanien bereit für den Versuch einer Titelverteidigung. Und Bundestrainer Löw kann sich nach der Schlappe gegen die Schweiz damit trösten, dass auch die Gruppengegner der Deutschen noch viel Arbeit vor sich haben. mehr
Trotz Bestzeit keine Pole: Obwohl Michael Schumacher bei der Qualifikation in Monaco als erster durchs Ziel fährt, muss er den begehrten Startplatz an Mark Webber abtreten. Grund ist der Barcelona-Unfall mit Bruno Senna. mehr
Grausam kann der Elfmeter sein, eine Tragödie: Warum ihn also nicht abschaffen, schlägt Fifa-Präsident Joseph Blatter vor - und rudert prompt zurück. Bei Fußball-Reformer Franz Beckenbauer hatte der Vorstoß ohnehin für wenig Begeisterung gesorgt. mehr
Die Berufung ist gescheitert, der Abstieg scheinbar in Stein gemeißelt: Hertha BSC konnte vor dem DFB-Bundesgericht keine Wiederholung des umstrittenen Spiels gegen Düsseldorf erwirken. Die Berliner behalten sich jedoch einen Einspruch gegen das Urteil vor. mehr
Nach den sportlichen Pleitewochen und dem bevorstehenden Absturz in die Zweitklassigkeit bleibt Hertha BSC zumindest das große Führungschaos erspart. Bei der emotionalen Mitgliederversammlung wurde Werner Gegenbauer als Präsident des Hauptstadtclubs mit großer Mehrheit wiedergewählt. mehr
Andy Schleck hat am Dienstag erstmals das Gelbe Trikot für den Sieg bei der Tour de France 2010 überstreifen dürfen. Fast vier Monate nach der Doping-Sperre für den Spanier Alberto Contador ging das Trikot an den Luxemburger über. mehr
Mitfavoritin Serena Williams ist bei den French Open völlig überraschend bereits in der ersten Runde gescheitert. Die an Position fünf gesetzte Amerikanerin verlor am Dienstag gegen die Tennis-Weltranglisten-111. Virginie Razzano aus Frankreich 6:4, 6:7 (5:7), 3:6. mehr
Beim HSV Hamburg machen die Verantwortlichen Nägel mit Köpfen. Nach der Weiterverpflichtung mehrerer Leistungsträger wurde die wichtigste Personalie gelöst: Meistermacher Martin Schwalb kehrt auf die Bank zurück und übernimmt wieder voll und ganz das Traineramt. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!