FTD.de » Sport » Statisten in der Vettel-Show

Merken   Drucken   29.07.2011, 10:00 Schriftgröße: AAA

Formel 1 in Budapest: Statisten in der Vettel-Show

Neben dem Weltmeister verblassen andere deutsche Talente der Formel 1. Nico Rosberg und Nick Heidfeld werden wohl auch in Budapest nur hinterherfahren.
© Bild: 2011 dapd/Harald Tittel
Neben dem Weltmeister verblassen andere deutsche Talente der Formel 1. Nico Rosberg und Nick Heidfeld werden wohl auch in Budapest nur hinterherfahren. von Elmar Brümmer, Budapest
Richtig was zu feiern gab es bei Mercedes GP in dieser Saison wenig. Beim Großen Preis von Budapest an diesem Wochenende gibt es, zumindest symbolisch, zwei Torten mit 100 Kerzen: Der Achtzylinder mit dem Stern geht in seinen 100. Grand Prix. Ebenso wie Nico Rosberg. Für den deutschen Rennfahrer verläuft die Karriere aber trotz aller Talente nicht so erfolgreich wie für die Mercedes-Maschine, die insgesamt 32 Siege einfahren konnte; der 26-Jährige wartet immer noch auf seinen ersten Formel-1-Sieg. Ein Schicksal, das auch Renault-Pilot Nick Heidfeld teilt. Er hat bereits 182 Rennen ohne Grand-Prix-Erfolg hinter sich, und er muss mit 34 Jahren ernsthaft bangen, ob er nicht bald ausgewechselt wird.
"Dass ich mein 100. Formel-1-Rennen bestreite, ist irgendwie verrückt, wenn man bedenkt, dass mein Vater in seiner gesamten Karriere 114 Rennen bestritten hat", sagt Nico Rosberg. Vater Keke war 1982 Weltmeister geworden, vollbrachte dabei das Kunststück, den Titel mit nur einem einzigen Sieg zu holen. Der Junior wäre fürs Erste schon mit dem einen Sieg zufrieden. Dass der nicht in Sicht ist, liegt nach Rosbergs Ermessen nicht an den eigenen fahrerischen Fähigkeiten: "Gebt mir ein Siegerauto, dann beweise ich, was ich kann." Teamintern hat er gegen Rekordweltmeister Michael Schumacher die Nase vorn, nach Qualifikationsduellen steht es 9:1 für Rosberg - aber das sind nur Erfolge in der Egowertung.
Nick Heidfeld fährt seit der Jahrtausendwende ununterbrochen in ...   Nick Heidfeld fährt seit der Jahrtausendwende ununterbrochen in der Formel 1
Blickt man auf seine Erwartungshaltung für Budapest, in der von "weiteren kleinen Schritten" die Rede ist, dann schwingt da die Furcht mit, ob es mit dem großen Durchbruch je klappen wird. Sein Kumpel Lewis Hamilton war im ersten Karrierejahr gleich Vizeweltmeister und in der zweiten Saison Champion, vom Durchmarsch eines Sebastian Vettel ganz zu schweigen. Etwas Positives aber bleibt für Rosberg neben bislang einem zweiten und vier dritten Plätzen: "Die Formel 1 beschleunigt die Persönlichkeitsentwicklung."
Wenn es jemand gibt, der nachfühlen kann, wie es Rosberg gehen muss - dann Nick Heidfeld. Seit der Jahrtausendwende ist er ununterbrochen in der Formel 1, leider häufig im falschen Auto. Acht mal war er als Grand-Prix-Zweiter schon ganz nah dran am großen Erfolg. Im letzten Jahr schien die Karriere auszutrudeln: erst Ersatzpilot bei Mercedes, dann Reifentester bei Pirelli. Und Ende. Als Robert Kubica zu Saisonbeginn einen Rallyeunfall mit schweren Verletzungen überlebte, war Heidfeld beim Renault-Team willkommen. Die Franzosen galten als Geheimfavorit, im zweiten Rennen schaffte es der Mönchengladbacher als Dritter aufs Treppchen; danach kam nicht mehr viel.
Obwohl der Fortschritt in der Genesung Kubicas ungewiss ist, wird hinter kaum noch vorgehaltener Hand von einer Rückkehr des Polen 2012 gesprochen. Schon in Budapest setzt Renault-Teamchef Eric Boullier, der bisher nie als Freund des Deutschen aufgefallen ist, ein Zeichen: Im ersten Freitagstraining wird der Brasilianer Bruno Senna im Cockpit sitzen. Boullier wird im Branchenblatt "Motorsport aktuell" zitiert: "Nick ist gut, aber nicht gut genug."
Schon wird offen über eine Rückkehr zu Mercedes oder BMW diskutiert, allerdings in der Deutschen Tourenwagen-Masters. Konkurrent Senna ist keine sportliche Alternative, aber er bringt reichlich Sponsorengelder mit; der Druck auf Heidfeld wächst. Vielleicht sollte er damit so umgehen, wie es Nico Rosberg mit dem Rückblick auf seine 99 Rennen hält: "Die schönen Erinnerungen kommen mir schneller in den Sinn als die weniger guten. Und es sollen noch viele schöne hinzukommen."
  • Aus der FTD vom 29.07.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
Schlagzeilen
FUSSBALL

mehr Fussball

MOTORSPORT

mehr Motorsport

RADSPORT

mehr Radsport

TENNIS

mehr Tennis

SPORTMIX

mehr Sportmix

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote