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Merken   Drucken   29.07.2012, 18:40 Schriftgröße: AAA

Formel 1 in Ungarn: Vettel schafft es nicht mal aufs Podium

Der deutsche Formel-1-Weltmeister spielt beim Ungarn-Grand-Prix als Vierter keine große Rolle. Zu keiner Zeit ist er für Sieger Lewis Hamilton eine ernsthafte Gefahr.

Für Sebastian Vettel blieb in der Puszta diesmal nicht mal ein Platz auf dem Podest - seinen quälenden Juli-Fluch schleppt der Doppelweltmeister der Formel 1 mit in die Sommerferien. Der Red-Bull-Pilot musste sich am Sonntag beim Großen Preis von Ungarn auf dem vierten Rang geschlagen geben. "Wir können heute nicht ganz zufrieden sein", betonte Vettel. Der 25-Jährige wartet nicht nur weiter auf seinen ersten Sieg im Monat Juli, sondern auch auf seinen zweiten Saisonsieg seit dem 22. April.

Der zweite Erfolg in diesem Jahr gelang indes Ex-Champion Lewis Hamilton. Und nur eine Sekunde nach dem Briten im McLaren raste Kimi Räikkönen im Lotus nach einer beeindruckenden Vorstellung auf dem Hungaroring ins Ziel. Beide verkürzten den Rückstand im Klassement auf Vettel. Schwacher Trost für den Hessen: WM-Spitzenreiter Fernando Alonso kam einen Rang hinter ihm als Fünfter ins Ziel. Nicht einmal das erreichte Rekordweltmeister Michael Schumacher, der nach 60 von 69 Runden seinen Mercedes nach Strafe und Überrundung in der Box abstellte. "Man muss gewisse Rennen so hinnehmen", sagte Schumacher nach seinem vorzeitig beendeten 299. Grand Prix. Sein Teamkollege Nico Rosberg holte einen Punkt als Zehnter, Nico Hülkenberg wurde im Force India Elfter. Timo Glock hatte als 22. wieder keinen Grund zu besonderer Freude in seinem Marussia.

Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton und Romain Grosjean lassen sich ...   Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton und Romain Grosjean lassen sich auf dem Hungaroring feiern

Jubel herrschte hingegen bei Hamilton, der seinem Team bereits die 150. Poleposition am Samstag beschert hatte. "Unglaublicher Tag, großartige Arbeit vom gesamten Team", rief Hamilton. Nach seinem Ausfall vor einer Woche auf dem Hockenheimring hat der nun schon dreimalige Ungarn-Gewinner nun Hoffnung auf mehr: "Wir haben gezeigt, dass wir vorne mitfahren können. Ich freue mich auf den zweiten Teil der Saison."

Trotz Räikkönens zweitem Rang und Teamkollege Romain Grosjean auf Platz drei fiel das Fazit des finnisch-französischen Lotus-Duos nicht so positiv aus. "Wir wollten hier den Sieg", erzählte Grosjean. "Zweiter ist nicht ganz so gut für mich", befand Räikkönen, der im Klassement Fünfter mit einem Punkt weniger als Hamilton (117) ist. Vettel (122) hat nur noch fünf Zähler Vorsprung auf den Briten, verkürzte aber den Rückstand auf seinen Teamkollegen Mark Webber (124), der in Budapest nur Achter wurde. An der Spitze verabschiedete sich Alonso mit 164 Punkten in die Sommerpause bis zum Großen Preis von Belgien am 2. September.

Bis dahin hat Titelverteidiger Vettel ausreichend Zeit, auch dieses Rennen zu verdauen. Schon der Start war nicht optimal, nachdem er in der Qualifikation seine dritte Pole in Serie in Ungarn verpasst hatte. Vettels Angriff auf Grosjean auf Rang zwei misslang, er wurde sogar noch von Jenson Button im zweiten McLaren überholt.

An der Spitze war das Rennen vor allem von Taktik geprägt. Die enorme Hitze machte aus dem Grand Prix auch wieder einen Reifenpoker. Vettel entschied sich kurz vor Ende nochmals für neue Pneus. "Wir hätten Schwierigkeiten gehabt, mit den Reifen durchzufahren", sagte er. Vettel versuchte danach alles, um Grosjean zu schnappen, nachdem er eine Zeit lang schon verzweifelt gegen Button angekämpft hatte. "Es ist frustrierend, wenn man weiß, dass man schneller ist, aber nicht vorbeikommt", sagte er nach dem Zweikampf gegen den Briten, den Vettel dank besserer Boxenstrategie für sich entschied. Den Kampf gegen Grosjean habe er erst zwei Runden vor Schluss aufgegeben, so der Red-Bull-Pilot weiter.

  • dpa, 29.07.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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