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Merken   Drucken   24.04.2012, 17:45 Schriftgröße: AAA

Frankfurt-Trainer Armin Veh: Veh kokettiert mit Abschied von Frankfurt

Trainer Armin Veh hat mit Eintracht Frankfurt den sofortigen Wiederaufstieg geschafft - jetzt spricht er davon, den Traditionsklub wieder zu verlassen. Das könnte Taktik sein: In dieser Woche steht ein Gespräch mit Frankfurts Bossen an.
von Frank Hellmann, Aachen

Auf die gängigen Gesetze in seinem Leben lässt Armin Veh nichts kommen. "Immer wenn jemand, der mir wichtig ist, Geburtstag hat, gewinnen wir", sagte der 51-Jährige noch am Aachener Tivoli, "und mein Hund Jerry ist am Montag zwei Jahre alt geworden." So einfach geht Fußball heute, dass der Trainer von Eintracht Frankfurt lächelnd einen Zusammenhang zwischen seinem quicklebendigen Flat-Coated Retriever und dem wiederbelebten Traditionsverein herstellt, der mit dem 3:0 bei Alemannia Aachen die Bundesligarückkehr feierte. Charmant plaudern kann der Fußballlehrer, und als ihm noch ein frisch gezapftes Bier gereicht wurde, ließ Veh noch ein bisschen tiefer in jenen Zwiespalt blicken, der irgendwie verhindert, dass bei den Klubchefs die ganz große Begeisterung losbrach.

"Frankfurt ist ein riesiger Traditionsverein, da ist es aus meiner Sicht zu wenig, wenn man nur gegen den Abstieg spielt", sagte Veh. Und so ziert er sich, trotz des vollbrachten Aufstiegs seinen Vertrag zu verlängern. Selbst enge Vertraute wissen nicht genau, ob der Fußballlehrer nur kokettiert oder seinen Weggang organisiert - wofür die Kündigung seiner Wohnung in Oberursel sprechen würde. Vehs Argumentation, sich alle Optionen offenzuhalten, geht so: "Es kann nicht sein, dass von 70 Mio. Euro nur 24 Mio. für die Spieler übrig bleiben. Für mich ist Geld nicht entscheidend, ich bin zum Glück in der Situation, dass ich darauf nicht angewiesen bin."

Ist froh, nicht auf Frankfurts Geld angewiesen zu sein: Trainer ...   Ist froh, nicht auf Frankfurts Geld angewiesen zu sein: Trainer Armin Veh

So redet einer, für den Unabhängigkeit ein hohes Gut bleibt - die Eintracht hat ihre Freiheit nach fatalem Missmanagement Ende der 1990er-Jahre und der Beinahepleite 2002 verkauft. Die Stadt und der Vermarkter Sportfive finanzierten den Bau der WM-Arena. Nun ächzt der Klub unter Altlasten und Abgaben: Um fast 10 Mio. Euro drückt allein die Stadionmiete den Etat. "Ein Riesenklotz am Bein", klagt Veh.

Den sofortigen Wiederaufstieg bewerkstelligte die Eintracht nur, indem das Eigenkapital zur Hälfte aufgebraucht wurde. Letztlich genügte den Hessen in Liga zwei die individuelle Qualität, den ein Kader hergibt, der fast 20 Mio. Euro Gehaltskosten verschlingt - mehr als bei manchem Erstligisten. Der aus Mönchengladbach verpflichtete Mohamadou Idrissou gab in Aachen als zweifacher Torschütze den Matchwinner, Profis wie Alexander Meier, Pirmin Schwegler oder Benjamin Köhler würden auch bei anderen Bundesligisten mithalten, und Talente wie Sebastian Jung, Sebastian Rode oder Sonny Kittel erregen längst überregionales Interesse. Auf sechs, sieben Positionen ist das Team schon jetzt bundesligatauglich - aber Veh möchte mehr. "Ich bin ehrgeizig, und anders als bei Augsburg oder Fürth reicht es eben nicht, um Platz 15 zu spielen."

Die entscheidenden Perspektivgespräche sind für Donnerstag anberaumt. Mit Sportmanager Bruno Hübner, mit dem Veh mittlerweile eine Freundschaft pflegt. Und mit Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, mit dem Veh so manchen Zwist austrägt. Hübner würde gern den konservativen Kurs Bruchhagens aufbrechen - auch um Veh zu überzeugen. Bruchhagen insistiert allerdings: "Wir haben für den Aufstieg alles Geld in die Hand genommen, das uns zur Verfügung stand."

Bevor der Richtungsstreit in die nächste Runde geht, hat sich die Eintracht den üblichen Feierprozeduren hingegeben. Ein Ständchen, dass die Eintracht-Anhänger dem Trainer sangen, hat Veh mit Genugtuung vernommen: "Deshalb steige ich so gern auf." Er fügte aber hinzu: "Allein von der Emotion darf man sich nicht leiten lassen." Dann schon eher von seinem "besten Freund", seinem Hund.

  • Aus der FTD vom 25.04.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Die Ergebnisse
der 1. Bundesliga
Hamburger SV-1899 Hoffenheim2:0(1:0)
Borussia Dortmund-VfL Wolfsburg2:3(1:2)
VfB Stuttgart-FC Schalke 043:1(2:1)
1. FC Nürnberg-Fortuna Düsseldorf2:0(1:0)
SC Freiburg-SpVgg Greuther Fürth1:0(1:0)
FC Augsburg-Bayern München0:2(0:1)
Eintracht Frankfurt-Werder Bremen4:1(0:0)
Bor. Mönchengladbach-FSV Mainz 05-:-
Hannover 96-Bayer Leverkusen-:-
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