Berlins Adrian Ramos (M.) rennt sich im Dortmunder Mittelfeld fest
Die Botschaft, die Rehhagel dann am Sonntag aussandte, war unmissverständlich: "Ab Sonntag bin ich das Gesetz." Das hatte Rehhagel in einem Boulevardblatt gesagt, und der gebürtige Essener erklärte gleich im Anschluss daran noch, dass er Preuße sei. Im Herzen. Er sprach von einer demokratischen Diktatur. Und jetzt spricht er von seiner Liebe zu Berlin.
Diese Stadt mit ihrem "immensen kulturellen Angebot", von dem er aber keinen Gebrauch machen wolle, obwohl sein Freund Jürgen Flimm als Direktor der Staatsoper unter den Linden ja auf seinen Besuch warte. Aber da habe er gesagt: Mal sehen, ob dafür Zeit bleibt, jetzt gehe es erst einmal um Fußball.
Es hat wenig Sinn, Rehhagel auf seinen Widerspruch festnageln zu wollen. Widersprüchlich, das ist der Alte Fritz auch gewesen, der Soldatenkaiser mit Kunstsinn und Gerechtigkeitsempfinden - und wenn ein solcher Musterpreuße wie Rehhagel sich nach Berlin traut, dann geschieht es nicht ohne ein Gespür für Tradition. Er war ja schon mal hier, 1963: als Verteidiger der gusseisernen Art. Insofern kann er also an eine echte Tradition anknüpfen. Und wer ihn hier so reden hört, der erkennt einen Mann, der seine Aufgabe als eine nationale identifiziert hat: Die Hauptstadt muss erstklassig bleiben. Und das geht mit ihm ganz bestimmt, und auch die versammelte, potenziell kritische Journalistenschar wurde von ihm eingestimmt auf den Job: "Können Sie die Eckbälle reintreten?"