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Merken   Drucken   05.05.2012, 19:10 Schriftgröße: AAA

Fußball-Bundesliga: Köln steigt ab - Hertha zittert weiter

Ein Plakat sagt alles: "Wir trauern um den 1. FC Köln". Lukas Podolskis "große Liebe" steigt nach einem 1:4 gegen Bayern München ab. Für die Fans war das zuviel - sie randalierten nach Spielende. Hertha BSC rettete sich dagegen durch ein 3:1 gegen 1899 Hoffenheim auf den Relegationsplatz. Auch ansonsten fielen am letzten Spieltag viele Tore.

Der 1. FC Köln ist zum fünften Mal aus der Bundesliga abgestiegen. Im letzten Pflichtspiel des künftigen England-Profis Lukas Podolski für seine "große Liebe" verloren die Kölner gegen Champions-League-Finalist Bayern München nach Treffern von Thomas Müller (34./84.), einem Eigentor von Geromel und einem Tor von Arjen Robben in der 54. Minute mit 1:4 - und damit auch das Fernduell gegen Hertha BSC.

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Zehn Minuten vor Spielende machten sich vor der Kölner Südtribüne Ordner und Polizisten bereit. Pyrotechnik wurde abgebrannt. "Wir trauern um den 1. FC Köln", war auf einem Plakat zu lesen. Tausende verließen vorzeitig das Stadion. Köln muss die Eliteliga mit 30 Punkten nach 1998, 2002, 2004 und 2006 damit erneut verlassen.

Die Berliner retteten sich durch das 3:1 gegen 1899 Hoffenheim auf den Relegationsplatz. Schon in der ersten Halbzeit ging Hertha durch Ben-Hatira in Führung. Nachdem der Hoffenheimer Babel vom Platz geflogen war, hatten die Hauptstädter dann leichtes Spiel. Ben-Hatira markierte auch das 2:0. Nur kurz, nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstrefffer durch Compper, war die Partie spannend. Rafael schoss dann in der Nachspielzeit das 3:1. Trainer Otto Rehhagel hat den Club nun wenigstens auf den 16. Platz geführt - am Donnerstag steht in Berlin das erste Relegationsspiel gegen den Dritten der Zweiten Liga an.

Wie das Trauerspiel in Köln seinen Lauf nahm

Vor dem Match in Köln war man noch hoffnungsvoll - und wehmütig. Die Anhänger im ausverkauften RheinEnergieStadion verabschiedeten Podolski mit lang anhaltendem Applaus. Wehmut kam auf, als das Präsidium den Fan-Liebling und künftigen Arsenal-Profi gen London entließ. In Filmausschnitten bekamen die 50.000 vor dem Anpfiff noch einmal herausragende Podolski-Szenen zu sehen. Solange Podolski, der eine Magen-Darm-Verstimmung rechtzeitig vor der Partie gegen seinen ehemaligen Club überwand, Fußball spielt, wird der FC die "10" nicht mehr vergeben.

Köln begann, angetrieben von den lautstarken FC-Fans, flott und drängte die im Vergleich mit dem 2:0 gegen Stuttgart vor einer Woche mit sieben Neuen angetretenen Bayern für kurze Zeit in deren Hälfte. "Entscheidend wird sein, dass wir den Mut haben, die reelle Chance zu ergreifen, zwei weitere Spiele zu erzwingen", hatte Trainer Frank Schaefer vor dem Aufeinandertreffen gegen die Bayern angekündigt.

Schaefers Elf setzte das um - aber nur anfangs. Podolski gab einen Warnschuss auf Manuel Neuers Gehäuse ab und zog in der 29. Minute mit seinem starken linken Fuß den Ball am Bayern-Tor vorbei. Dann der Schock für den FC: Thomas Müller, sträflich freistehend, traf zum 0:1 und sorgte für entsetzte Mienen auf der Kölner Bank. Franck Ribéry scheiterte ganz knapp mit einem Flachschuss, ehe Podolski kurz vor der Pause Neuer noch einmal prüfte.

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In Podolskis 181. Pflichtspiel für den ersten Meister der Bundesliga (1964) setzte Schaefer nach der Pause alles auf Offensive und brachte Milivoje Novakovic als weiteren Stürmer. Doch nicht der Slowene, sondern der Pole Slawomir Peszko drängte auf Neuers Tor.

Dann kam alles Fußball-Unglück auf einmal: FC-Kapitän Geromel unterlief ein bitteres Eigentor, und der völlig freistehende Robben schoss die Kölner nur zwei Minuten später endgültig ab. Novakovic gelang kurz nach Martin Lanigs Rettungsaktion gegen Bayern-Torjäger Mario Gomez das 1:3 - das war es dann für Köln. Müller machte den schlimmen Nachmittag für die Kölner mit dem 4:1 für Bayern perfekt. Das iTüpfelchen auf die Katastrophe setzten die Kölner Fans, die nicht zum ersten Mal ausfällig wurden. Ihre Rauchbomben und Pyrotechnik verleiteten Bayerns Nationalspieler Mario Gomez zu der Aussage: "Eine Schande, was hier abgegangen ist."

Wie es in den anderen Partien lief

Ansonsten bot nur der Kampf um die Europa-League-Plätze Spannung: Lange Zeit hatte Wolfsburg durch eine 2:0-Führung in Stuttgart die Nase vorne, da sich Hannover 96 gegen Absteiger Kaiserslautern schwer tat. Dann drehte nicht nur Hannover das Spiel und siegte verdient mit 2:1. Auch Wolfsburg gab den Vorsprung aus der Hand und verlor beim VfB noch mit 2:3. Hannover wird Siebter, Wolfsburg Achter. Werder Bremen konnte seine Minichance nicht mehr nutzen und unterlag Schalke zuhause mit 2:3 - der Schlusspunkt unter eine missratene Bremer Rückrunde. Lange lagen die Bremer in dieser Saison auf Platz fünf, am Ende trennen sie auf Platz neun sechs Punkte von den internationalen Plätzen.

Borussia Dortmund feierte seine achte deutsche Meisterschaft. Nach einer berauschenden ersten Halbzeit und einer 4:0-Führung waren die Dortmunder dann in Hälfte zwei in Feierlaune und verschonten die überforderten Freiburger. Am Ende hieß es unverändert 4:0. Nach dem Spiel wurde dem BVB vor 80.000 Zuschauern die Meisterschale überreicht - und Dortmund, schon seit Wochen Meister, mal wieder im schwarz-gelben Rausch. Ganz nebenbei stellte der neue Meister auch gleich noch einen Punkterekord in der Bundesligageschichte auf. 81 Zähler - das gabs noch nie.

Borussia Mönchengladbach krönte seine überragende Saison mit einem 3:0 in Mainz, während das 0:1 in Augsburg zum schwarzen Jahr des HSV passte. Am Ende landen die Hamburger auf Platz 15 - so schlecht waren sie noch nie. Fehlt noch das überzeugende 4:1 von Bayer Leverkusen in Nürnberg.

Kießling traf hier für Leverkusen dreimal. Ganz vorne in der Torschützenliste landete nach dem 34. Spieltag aber Schalkes Huntelaar, der zweimal in Bremen traf und auf 29 Tore kommt. Gomez blieb bei 26, gefolgt von Dortmunds Lewandowski, der gegen Freiburg zweimal zulangte und insgesamt 22 Mal traf.

  • dpa, 05.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Die Ergebnisse
der 1. Bundesliga
Hamburger SV-1899 Hoffenheim2:0(1:0)
Borussia Dortmund-VfL Wolfsburg2:3(1:2)
VfB Stuttgart-FC Schalke 043:1(2:1)
1. FC Nürnberg-Fortuna Düsseldorf2:0(1:0)
SC Freiburg-SpVgg Greuther Fürth1:0(1:0)
FC Augsburg-Bayern München0:2(0:1)
Eintracht Frankfurt-Werder Bremen4:1(0:0)
Bor. Mönchengladbach-FSV Mainz 05-:-
Hannover 96-Bayer Leverkusen-:-
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