Fußball im Staatstheater - nächste Aufführung an diesem Freitag. Gegen 16 Uhr werden Innenminister Thomas de Maizière, DFB-Präsident Theo Zwanziger und DFL-Präsident Reinhard Rauball in der Bundespressekonferenz erwartet. Es geht um Gewalt im Fußball.
Sie werden von einer konstruktiven Aufführung schwärmen und Engagement geloben. Mit ihrer Diplomatie wird ein Nachrichtenzyklus ausklingen, der durch Ausschreitungen im Herbst 2009 begonnen hatte. Die Öffentlichkeit hat sich anderen Themen zugewandt.
Hinter den Kulissen aber tobt ein Kampf der Kulturen, der durch den zuletzt installierten runden Tisch in Berlin nicht entschärft, sondern befeuert wurde. Hardliner aus Politik und Polizei, die mehr Repression fordern, stehen Vertretern des Fußballs gegenüber, die sich für Prävention aussprechen.
"Wir hatten Sorge, dass der runde Tisch unsere Anstrengungen zunichtemachen könnte", sagt ein Fanexperte. "Mit populistischen Maßnahmen, die der Mehrheit der friedlichen Fans langfristig schaden würde." In der Vorbereitung auf das Treffen wurden absurde Wünsche ausgetauscht. Zum Beispiel, gewalttätigen Fans das Fußballspielen in Vereinen verbieten zu wollen. Auch wurden Forderungen laut, die der Fußball schon seit Jahren umgesetzt hat.
Um zu verhindern, dass einfache Lösungen wie personengebundene Tickets, Stadionverbote oder Nacktscanner vor den Toren die Debatte prägen, startete die DFL eine Offensive. Im Oktober ließ der Ligaverband der Vorbereitungsgruppe ein Strategiepapier zukommen. Vor zwei Wochen lud die DFL zu einem Gespräch mit Wissenschaftlern. Thomas Feltes, Kriminologe an der Bochumer Ruhr-Universität, schilderte, wie die Polizeigewerkschaften Druck auf die Politik ausüben.
Teil 2: Finanzierung scheitert an wenigen Euro