Verteidigungsarbeit ist Huub Stevens' oberstes Gebot: "Die Null muss stehen"
Und natürlich, weil die Schalker mit einem Sieg zumindest für eine Nacht Platz zwei in der Tabelle erklimmen können, was viele Leute außerhalb Gelsenkirchens ziemlich erstaunlich finden. Nur so erklärt sich auch der mögliche Sensationstransfer, der am Donnerstag vermeldet wurde: Lukas Podolski könnte vom 1. FC Köln zu den Königsblauen wechseln, als Ersatz für den spanischen Stürmerstar Raúl, den ein üppiges Angebot nach Katar locken soll. Mit Schalke würde der Nationalspieler international mitmischen und könnte trotzdem in seiner Heimat Köln wohnen bleiben.
Bislang war es ungewöhnlich leise auf Schalke in diesem Herbst. Seit Wochen bewegt der Klub sich irgendwo auf den weniger spannenden Plätzen im Windschatten der Topmannschaften, es gibt weder eine Krise noch Anlass zu Euphorie - ein ziemlich seltener Zustand in Gelsenkirchen. Außerdem spielt Schalke einen wenig ansehnlichen Fußball, Stevens-Fußball eben. "Wir sind eigentlich froh, dass im Moment mehr über andere Klubs geredet wird", sagt Manager Horst Heldt.
Dass es so ruhig ist, liegt sicher auch an Stevens selbst. Die großen Fußballneuigkeiten werden anderswo verkündet, Stevens knurrt wie eh und je in den vergangenen 15 Jahren. Weil ein Reporter Lewis Holtby als "defensiven Mittelfeldspieler" bezeichnete, sah er sich am Donnerstag veranlasst, einen verärgerten Grundsatzvortrag über Defensivarbeit zu halten.