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Merken   Drucken   09.12.2011, 10:00 Schriftgröße: AAA

Fußballbundesliga: Wie Huub Stevens die Schalker ruhigstellt

Heute trifft Schalke 04 auf Hertha BSC. Huub Stevens hat aus seiner Zeit in Berlin kaum noch Kontakte. Seinen Stil hat er beibehalten - auf Schalke ist es still geworden. von Daniel Theweleit, Gelsenkirchen
Die Erinnerungen von Huub Stevens an seine Zeit vor fast zehn Jahren als Fußballlehrer in Diensten von Hertha BSC Berlin sind verblasst. Michael Preetz kenne er noch, erzählte der Holländer, der wieder den FC Schalke trainiert, vor seinem Gastspiel in der Hauptstadt, der sei "damals noch Spieler" gewesen. "Aber Verbindungen?", fragte Stevens sich selbst, und sein leerer Blick gab die Antwort: nein.
Berlin ist dem 58-Jährigen als Stadt, nicht als Fußballstandort ans Herz gewachsen, Sohn und Enkelkinder leben an der Spree, deshalb freut er sich auf den Besuch, nicht wegen des Spiels am Freitag.
Verteidigungsarbeit ist Huub Stevens' oberstes Gebot: ...   Verteidigungsarbeit ist Huub Stevens' oberstes Gebot: "Die Null muss stehen"
Und natürlich, weil die Schalker mit einem Sieg zumindest für eine Nacht Platz zwei in der Tabelle erklimmen können, was viele Leute außerhalb Gelsenkirchens ziemlich erstaunlich finden. Nur so erklärt sich auch der mögliche Sensationstransfer, der am Donnerstag vermeldet wurde: Lukas Podolski könnte vom 1. FC Köln zu den Königsblauen wechseln, als Ersatz für den spanischen Stürmerstar Raúl, den ein üppiges Angebot nach Katar locken soll. Mit Schalke würde der Nationalspieler international mitmischen und könnte trotzdem in seiner Heimat Köln wohnen bleiben.
Bislang war es ungewöhnlich leise auf Schalke in diesem Herbst. Seit Wochen bewegt der Klub sich irgendwo auf den weniger spannenden Plätzen im Windschatten der Topmannschaften, es gibt weder eine Krise noch Anlass zu Euphorie - ein ziemlich seltener Zustand in Gelsenkirchen. Außerdem spielt Schalke einen wenig ansehnlichen Fußball, Stevens-Fußball eben. "Wir sind eigentlich froh, dass im Moment mehr über andere Klubs geredet wird", sagt Manager Horst Heldt.
Dass es so ruhig ist, liegt sicher auch an Stevens selbst. Die großen Fußballneuigkeiten werden anderswo verkündet, Stevens knurrt wie eh und je in den vergangenen 15 Jahren. Weil ein Reporter Lewis Holtby als "defensiven Mittelfeldspieler" bezeichnete, sah er sich am Donnerstag veranlasst, einen verärgerten Grundsatzvortrag über Defensivarbeit zu halten.

Teil 2: Verteidigungsarbeit und Einschläferungstaktik

  • FTD.de, 09.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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