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Merken   Drucken   25.12.2011, 14:15 Schriftgröße: AAA

Harte Strafe: Hooligan bekommt 30 Jahre Stadionverbot

Der gewalttätige Fußball-Rowdy, der den Keeper von AZ Alkmaar angegriffen hat, hätte gar nicht im Stadion sein dürfen. Gegen ihn war längst ein Stadionverbot in Kraft. Ajax Amsterdam verlängerte den Bann.
Ajax Amsterdam hat das Stadionverbot gegen den Hooligan, der im Pokalspiel gegen Alkmaar aufs Spielfeld gelaufen war und Gästetorhüter Esteban Alvarado angegriffen hatte, von drei auf 30 Jahre verlängert. Der Bann erstreckt sich auch auf die Innenstadt von Amsterdam für Tage, an denen der Klub Heimspiele hat. Über ein landesweites Stadionverbot entscheidet in den nächsten Wochen der niederländische Fußball-Verband KNVB.
Nach einer Mitteilung von Ajax muss der Hooligan auch für die Kosten aufkommen, die durch den Spielabbruch verursacht worden sind. Die Person, die ihm die Eintrittskarte vermittelt hatte, wurde mittlerweile ebenfalls identifiziert. Auch sie wird finanziell zur Verantwortung gezogen.
Wurde attackiert von einem Hooligan: Alkmaars Torwart Esteban Alvarado   Wurde attackiert von einem Hooligan: Alkmaars Torwart Esteban Alvarado
Am Samstag verlängerte ein Richter die Untersuchungshaft des Hooligans um 14 Tage. Sein Rechtsanwalt Geertjan van Oosten erklärte, sein Mandant habe einen Intelligenzquotienten von 71 und eine leichte geistige Behinderung. Nach Angaben seiner Eltern leidet Wesley van W. an einer bipolaren Störung, die provozierende und aggressive Verhaltensweisen verursache. Van Oosten sagte, sein Mandant könne sich an den Vorfall in der AmsterdamArena nicht erinnern. Er sei betrunken gewesen.
Ein Bekannter des Hooligans berichtete, der gewalttätige Fußball-Fan hab einen Hitler-Schnurrbart auf seinen Zeigefinger tätowieren lassen. Um Menschen zu provozieren, halte er den Finger vor seine Nase. Auf seinem Rücken befände sich eine Tätowierung in gotischer Schrift mit den Buchstaben ACAB (All Cops Are Bastards), ein bei Hooligans populärer Slogan.
Bei der Achtelfinalbegegnung im niederländischen Pokal zwischen Ajax und Alkmaar hatte der 19-Jährige den Torhüter aus Costa Rica von hinten angegriffen. Dieser wehrte sich ebefnalls gewaltsam. Eine gegen den Schlussmann verhängte Rote Karte wurde wieder zurückgenommen. Die Anklagevertretung beim Fußballverband KNVB befand, die Reaktion von AZ-Torhüter Alvarado hätte nicht zwingend mit einem Platzverweis bestraft werden müssen. Dem Keeper wurde zugutegehalten, er sei "hinterrücks überfallen worden; er konnte den Angreifer nicht sehen".
Nach der Roten Karte hatte Alkmaars empörter Trainer Gert Jan Verbeek sein Team zusammengerufen, die Gästespieler gingen beim Stand von 0:1 in der 37. Minute geschlossen vom Feld. "Ich habe gesehen, dass Esteban attackiert wurde und sich verteidigt hat", sagte der verständnisvolle Ajax-Coach Frank de Boer. "Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, aber ich kann ihn mit seinem südamerikanischen Temperament verstehen."
Nach dem Spielabbruch kam es am Mittwochabend zu Ausschreitungen wütender Fußball-Fans. Die Polizei rückte vor dem Stadion mit Wasserwerfern an und nahm acht mutmaßliche Randalierer fest - vier wegen Gewaltanwendung und vier wegen des illegalen Einsatzes von Feuerwerkskörpern.
  • dpa, 25.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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