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Merken   Drucken   17.11.2005, 13:53 Schriftgröße: AAA

Hoyzer geht hinter Gitter  

Im Prozess um manipulierte Fußballspiele sind die Urteile anders ausgefallen als erwartet: Das Gericht verurteilte Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer zu einer Gefängnisstrafe. Sein früherer Kollege Dominik Marks kam mit Bewährung davon.
Robert Hoyzer muss für über zwei Jahre hinter Gitter   Robert Hoyzer muss für über zwei Jahre hinter Gitter
Hoyzer muss zwei Jahre und fünf Monate in Haft. Prozessbeobachter hatten mit einer Bewährungsstrafe für ihn gerechnet. Marks bekam eine Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren auf Bewährung. Gegen den Mitangeklagten Ante Sapina verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und elf Monaten. Sein Bruder Milan wurde zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung, Filip Sapina zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.
Die Vorsitzende Richterin Gerti Kramer sagte, die Vergehen seien nicht als Jugendsünden zu bewerten, sondern als schwere Taten von Erwachsenen. Ante Sapina sei der Drahtzieher gewesen. "Er hat sie (die Schiedsrichter) bei den Spielen überwachen lassen, um zu sehen, ob sie ordentlich arbeiten."
Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag für Hoyzer eine zur Bewährung auszusetzende Freiheitsstrafe von zwei Jahren beantragt. Bei ihm wurden die Bereitschaft zur Aussage sowie die Mitarbeit an der Aufklärung des Falles als "erheblich strafmildernd" gewertet. Hoyzer hatte zudem Reue gezeigt und sich umfassend entschuldigt.
Verfahren gegen Karl wird fortgesetzt
Für Ex-Schiedsrichter Marks hatten die Staatsanwälte eine zweijährige Haftstrafe ohne Bewährung gefordert. Seine Anwältin hingegen hatte auf eine Geldstrafe, hilfsweise auf eine Bewährungsstrafe von unter einem Jahr plädiert. Antes Bruder Milan Sapina sollte nach dem Willen der Anklagevertretung eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten zur Bewährung sowie eine Geldbuße in Höhe von 50.000 Euro bekommen. Für seinen Bruder Filip waren ein Jahr auf Bewährung und 2500 Euro Geldbuße gefordert worden.
Der Prozess hatte am 18. Oktober begonnen und war zunächst auf insgesamt 18 Verhandlungstage bis Ende des Jahres angesetzt. Das Verfahren beschleunigte sich, nachdem der angeklagte Chemnitzer Ex-Profi Steffen Karl alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe geleugnet hatte und sein Fall vom Gericht abgetrennt wurde. Gegen Karl soll am 22. November weiter verhandelt werden. Die Affäre war vor fast genau zehn Monaten bekannt geworden.
  • FTD.de, 17.11.2005
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