Zuletzt hatte der HSV gute Form gezeigt, doch in spielerischer Hinsicht war dieses Heimspiel ein Rückschlag. Es gelang dem HSV nicht, die Mauern, die Nürnberg vor dem eigenen Strafraum errichtete, zu zerbröseln. Allein Guerrero strahlte Gefahr aus, der Peruaner hatte nach elf Minuten auch die erste große Chance, als er eine Hereingabe von Dennis Diekmeier gegen den Außenpfosten verlängerte. Nicht nur, dass der HSV immer wieder an Nürnbergs Gummiwand abprallte, die Hanseaten waren auch anfällig in der Defensive, speziell auf der rechten Seite. Hier dribbelte Alexander Esswein seine Gegenspieler schwindelig, doch seine hervorragenden Flanken verwerteten die Stürmer des Clubs nicht: Zunächst verpasste Daniel Didavi den rechten Pfosten nur um einen halben Meter (20.), und dann zwang Christian Eigler den tschechischen Keeper mit einem Kopfball zu einer Glanztat (23.). "Uns hat einfach die Effektivität gefehlt", klagte Nürnbergs Coach Dieter Hecking.
Direkt im Anschluss erarbeitete sich Drobny dann mit seinem Abschlag sogar einen Scorerpunkt: Zwei Nürnberger Verteidiger konnten diesen langen Ball nicht klären, und als Guerrero den Belgier Timmy Simons von hinten bedrängte, stand er plötzlich frei vor dem Tor und überlupfte Keeper Raphael Schäfer zur 1:0-Führung. Die Proteste der Nürnberger bei Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer brachten nichts, der Treffer zählte. "Das war Foul", beschwerte sich Simons. "Die Hände des Angreifers haben da nichts zu suchen", sagte Hecking.
Auch in der zweiten Halbzeit steigerte sich das Niveau nicht. Nürnbergs Spiel war strukturierter, aber weiterhin nicht zielführend. Der HSV hingegen entschied mit der einzigen starken Kombination die Partie: Nach einem Doppelpass zwischen Ivo Ilicevic und Gökhan Töre kam der Ball zu Jansen, der den Ball mit einem satten Linksschuss einnetzte (60.). Aber auch danach setzte der HSV nicht nach, weshalb Fink abschließend sagte: "Ich bin nicht zufrieden mit der spielerischen Leistung, aber das Team hat gezeigt, dass es effektiv spielen kann."