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Merken   Drucken   04.12.2011, 20:10 Schriftgröße: AAA

HSV-Torwart: Jaroslav Drobny - einer für alle

Die Entwicklung des Torhüters ist exemplarisch für den Saisonverlauf des Hamburger SV: Früher patzte er, in der Partie gegen Nürnberg stärkt er das ganze Team.
© Bild: 2011 FTD.de/dpa/Bildfunk/Malte Christians
Die Entwicklung des Torhüters ist exemplarisch für den Saisonverlauf des Hamburger SV: Früher patzte er, in der Partie gegen Nürnberg stärkt er das ganze Team. von Erik Eggers, Hamburg
Der Torwart schritt wieder weitgehend unbehelligt in die Kabine. Dabei hatte Jaroslav Drobny, der tschechische Keeper im Gehäuse des Hamburger SV, erneut sein Scherflein dazu beigetragen, dass die Hanseaten mit dem 2:0 (1:0)-Sieg gegen den 1.FC Nürnberg auf den elften Tabellenplatz kletterten, während der "Club" auf den 15. Tabellenplatz abrutschte. "Er ist ja kein Schlechter", sagt HSV-Coach Thorsten Fink, jener Trainer, der auch im siebten Spiel nach seinem Amtsantritt ungeschlagen blieb. Die Torschützen in einem spielerisch mäßigen Spiel waren Paolo Guerrero (23.) und Marcell Jansen (60.).
Die Geschichte des HSV in dieser Saison, sie ließe sich vorzüglich über den 32-jährigen Torwart erzählen. Zu Beginn der Saison waren Drobny heftige Fehler unterlaufen; ihm fehlte, da er in der letzten Spielzeit hinter der HSV-Legende Frank Rost zurückstehen musste, sichtlich die Spielpraxis. Drobny kassierte Pfiffe, als er gegen Köln und Hertha patzte. Aber als Fink das Ruder übernahm, da steigerte sich auch Drobny kontinuierlich. In den vergangenen Spielen, so im Heimspiel gegen Hoffenheim, zählte er zu den Besten seines Teams. "Drobo strahlt eine ungeheure Ruhe und Sicherheit aus, das wirkt sich auf die ganze Mannschaft aus", sagt Kapitän Heiko Westermann über den Schlussmann, der nicht der Mann der großen Worte ist: "Es kommt doch nur darauf an, dass wir die drei Punkte holen", sagt Drobny.
Zuletzt hatte der HSV gute Form gezeigt, doch in spielerischer Hinsicht war dieses Heimspiel ein Rückschlag. Es gelang dem HSV nicht, die Mauern, die Nürnberg vor dem eigenen Strafraum errichtete, zu zerbröseln. Allein Guerrero strahlte Gefahr aus, der Peruaner hatte nach elf Minuten auch die erste große Chance, als er eine Hereingabe von Dennis Diekmeier gegen den Außenpfosten verlängerte. Nicht nur, dass der HSV immer wieder an Nürnbergs Gummiwand abprallte, die Hanseaten waren auch anfällig in der Defensive, speziell auf der rechten Seite. Hier dribbelte Alexander Esswein seine Gegenspieler schwindelig, doch seine hervorragenden Flanken verwerteten die Stürmer des Clubs nicht: Zunächst verpasste Daniel Didavi den rechten Pfosten nur um einen halben Meter (20.), und dann zwang Christian Eigler den tschechischen Keeper mit einem Kopfball zu einer Glanztat (23.). "Uns hat einfach die Effektivität gefehlt", klagte Nürnbergs Coach Dieter Hecking.
Direkt im Anschluss erarbeitete sich Drobny dann mit seinem Abschlag sogar einen Scorerpunkt: Zwei Nürnberger Verteidiger konnten diesen langen Ball nicht klären, und als Guerrero den Belgier Timmy Simons von hinten bedrängte, stand er plötzlich frei vor dem Tor und überlupfte Keeper Raphael Schäfer zur 1:0-Führung. Die Proteste der Nürnberger bei Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer brachten nichts, der Treffer zählte. "Das war Foul", beschwerte sich Simons. "Die Hände des Angreifers haben da nichts zu suchen", sagte Hecking.
Auch in der zweiten Halbzeit steigerte sich das Niveau nicht. Nürnbergs Spiel war strukturierter, aber weiterhin nicht zielführend. Der HSV hingegen entschied mit der einzigen starken Kombination die Partie: Nach einem Doppelpass zwischen Ivo Ilicevic und Gökhan Töre kam der Ball zu Jansen, der den Ball mit einem satten Linksschuss einnetzte (60.). Aber auch danach setzte der HSV nicht nach, weshalb Fink abschließend sagte: "Ich bin nicht zufrieden mit der spielerischen Leistung, aber das Team hat gezeigt, dass es effektiv spielen kann."
  • Aus der FTD vom 05.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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