Weil mit Rudi Völler der Erfolg komme, soll er Bayer-Trainer bleiben
Berühmte Namen wie Sir Alec Ferguson (Manchester United) oder Arséne Wenger (Arsenal London) fallen Holzhäuser als Vorbild ein. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler, hatte Holzhäuser schon beim DSF-Stammtisch "Doppelpass" propagiert, er könne diese Rolle bestens erfüllen. Nach dem wichtigen 3:1-Erfolg in Duisburg, dem erfolgreichen Comeback Völlers als Coach, legte Holzhäuser noch einmal nach: "Ich versuche, ihn von meinem Modell zu überzeugen." Zumindest aber könne er sich vorstellen, dass Völler bis zum Saisonende auf der Trainerbank bleibe: "Der Rudi wird das machen, was für Bayer 04 das Optimum ist."
Das Dementi kam prompt. Konziliant im Ton, aber hart in der Sache erteilte Völler dem Werben seines Chefs eine Absage: "Das Ergebnis ändert nichts an meiner Entscheidung, es nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt zu tun." Wenn er weiter als Trainer hätte arbeiten wollen, dann hätte er in der jüngsten Vergangenheit "genug Möglichkeiten dazu gehabt", ließ er wissen, und überhaupt: "Es sind genug gute Trainer in Deutschland auf dem Markt."
Einer, der im Auftrag des Bayer-Konzerns die Fußball-Tochter kontrolliert und beobachtet, sieht die Angelegenheit noch gelassen. "Das Verhältnis Völler-Holzhäuser", weiß Bayer-Sportbeauftragter Meinolf Sprink, "ist nicht kaputt, die reden viel miteinander." Auch sei es "legitim, über mögliche Facetten wie den Teammanager-Ansatz zu spekulieren". Er stehe "voll dahinter", wie Holzhäuser in der ersten schweren Klubkrise nach dem Abgang Reiner Calmunds als alleiniger Geschäftsführer auftrete.
Gefühlsgewitter des Fußballs
Natürlich, auch Sprink hat die "Holzhäuser-Raus"-Rufe einiger Fans in Duisburg gehört - er ordnet sie jedoch "nicht einer Großbewegung" zu. Sprink weiß aber trotzdem, dass das Image Holzhäusers, der Fußballtrainer einmal als "temporäre Erscheinungen" bezeichnete, recht gefährlich ist im Gefühlsgewitter des Fußballs. Deswegen hat er Holzhäuser vor dessen öffentlicher Erklärung zum Augenthaler-Rauswurf geraten, dass er "beim Text nicht abhebt in Formulierungen, die zu akademisch sind".
Aber auch Sprink weiß: Der Klub erleidet eine "ziemlich diffizile Situation" bei der Trainersuche, "egal wer die Mannschaft trainiert, selbst wenn es weiterhin Rudi Völler ist". Denn nach den zwei anstehenden "englischen Wochen" verabschieden sich die meisten Spieler zu ihren Nationalmannschaften. Den richtigen Zeitpunkt für ein Trainerdebüt zu finden fällt demnach schwer - was ein Argument für die Zwischenlösung Völler ist. Ins operative Geschäft eingreifen wird Sprink nicht: "Die Fußball-GmbH wird in den nächsten Tagen ihre Hausaufgaben machen und den einen oder anderen Kandidaten kontaktieren."
Die Frage ist, wie lange die Ruhe hält. Denn trotz Rückendeckung durch den Konzern wird Holzhäuser immer mehr selbst zur Zielscheibe der Kritik, wenn auch vorerst nur bei den Balkenblättern. Montag brachten "Bild" und "Express" in ungewohnter Zweisamkeit als Nachfolger Holzhäusers schon mal den Namen Ilja Kaenzig ins Spiel, dessen Vertrag bei Hannover 96 im Sommer 2006 ausläuft - ungeachtet des wenig harmonischen Abschieds Kaenzigs aus Leverkusen im Jahre 2003. Auch Holzhäuser benötigt also dringend Siege, will er die Debatten auf dem Boulevard eindämmen. Den nächsten am besten schon morgen, im Derby gegen den 1. FC Köln.