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Merken   Drucken   28.08.2012, 18:45 Schriftgröße: AAA

Nach Aus bei US-Open: Für Petkovic wird es ein langer Weg zurück

Nach zäher Verletzungspause verliert Andrea Petkovic das Auftaktmatch bei den US Open. Aber auch ihre Kolleginnen zeigen Nerven und scheitern in Runde eins.
von Doris Henkel, New York

"Ich will spielen", schrieb Andrea Petkovic in einem Blog für die Tageszeitung "USA Today". "Ich will gewinnen. Ich will verlieren. Lieber verlieren als Reha und die Übungen, immer und immer wieder."

Das war am Tag vor ihrem ersten Spiel bei einem Grand-Slam-Turnier in diesem Jahr. Dem ersten nach drei Monaten Pause wegen ihrer Rückenverletzung und nach weiteren fast vier Monaten Pause wegen des doppelten Bänderrisses, den sie sich, damals gerade zurückgekehrt, Ende April beim Porsche-Grand-Prix in Stuttgart zugezogen hatte.

Andrea Petkovic scheidet in der ersten Runde der US Open in new ...   Andrea Petkovic scheidet in der ersten Runde der US Open in new York gegen die Schweizerin Romina Oprandi aus

Die Ereignisse des Spiels gegen die Schweizerin Romina Oprandi (2:6, 5:7) sind schnell zusammengefasst. Obwohl sie sich sehr bemühte, diverse Matchbälle abwehrte und kurz davor war, zumindest einen dritten Satz zu erzwingen, wirkte Petkovic nicht sicher genug. Den Körper nach einer langen Trainingspause wieder in Gang zu bringen, ist eine Sache. In der Praxis geht es darum, nicht nur rechtzeitig am Ball zu sein, sondern unter Belastung Entscheidungen zu treffen. "Jeden Punkt mit hoher Intensität spielen, das kann ich einfach noch nicht", sagt sie, "ich muss versuchen, meinen Rhythmus zu finden, aber es fehlen noch so viele Sachen."

Nervenstärke fehlte vor allem ihren zwei Fed-Cup-Teamkolleginnen Sabine Lisicki und Julia Görges. Während Petkovic schon vorher die Erwartungen gedämpft hatte, musste sich die an Nummer 16 gesetzte Lisicki überraschend in der ersten Runde der Rumänin Sorana Cirstea mit 6:4, 2:6, 2:6 geschlagen geben. Die an Position 18 eingestufte Görges unterlag Kristyna Pliskova aus Tschechien nach einer schwachen Vorstellung erschreckend deutlich 6:7 (4:7), 1:6. "Letzten Endes habe ich zu schlecht gespielt. Die Regenpause hat mich runtergezogen, danach habe ich meinen Faden nicht wiedergefunden", gab die 23-Jährige zu. Beide Partien am verregneten Eröffnungstag in New York wurden wegen plötzlich einsetzenden Platzregens erst nach einer fast dreistündigen Zwangspause fortgesetzt.

Widrige äußere Umstände konnte niemand bei Petkovics Auftaktpleite ins Feld führen. Im vergangenen Jahr, als sie die konstanteste Spielerin der Tour gewesen war, bei drei von vier Grand-Slam-Turnieren das Viertelfinale erreicht hatte, da wusste sie meist, wo der Schlüssel zum Spiel lag. Aber jetzt? Sie sagt, kurz vor ihrem 25. Geburtstag sei sie wieder am Anfang, fühle sich in manchen Situationen des Spiels so planlos wie mit 15, und angesichts dieses Geständnisses kann man sich vorstellen, dass der Weg noch ziemlich lang ist.

Geduld gehört nicht zu Petkovics Stärken, aber sie will sich Mühe geben, ruhig zu bleiben. Und akzeptieren, dass sie gegen Spielerinnen verlieren wird, die sie vergangenes Jahr auf dem Flug unter die Top Ten besiegt hat oder hätte. "Manchmal", sagt sie, "können aus schlechten Dingen gute entstehen. Spielerisch fehlt es sicher noch, aber ich glaube, dass ich als Person gewachsen bin."

In der Zeit des Aufstiegs und zu Beginn dieses Jahres schien es bisweilen, als habe sie etwas die Bodenhaftung verloren, tanze auf zu vielen Hochzeiten. Damals hätte sie das vermutlich bestritten oder ironisch abgetan, aber dafür ist nach der Niederlage gegen die auf Platz 56 der Weltrangliste stehende Oprandi kein Platz. Jetzt gesteht sie: "Ich glaub‘, dass ich in der Zeit sehr egoistisch und selbstsüchtig war. Ich habe Familie und Freunde vergessen, aber die waren da, als ich verletzt war."

Dann steht sie auf und geht, mit Tränen in den Augen. Sie weiß, dass das Zurückkommen so lange dauern könnte wie die Zeit ihrer Abwesenheit. mit dpa

  • Aus der FTD vom 29.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Die Ergebnisse
der 1. Bundesliga
Hamburger SV-1899 Hoffenheim2:0(1:0)
Borussia Dortmund-VfL Wolfsburg2:3(1:2)
VfB Stuttgart-FC Schalke 043:1(2:1)
1. FC Nürnberg-Fortuna Düsseldorf2:0(1:0)
SC Freiburg-SpVgg Greuther Fürth1:0(1:0)
FC Augsburg-Bayern München0:2(0:1)
Eintracht Frankfurt-Werder Bremen4:1(0:0)
Bor. Mönchengladbach-FSV Mainz 05-:-
Hannover 96-Bayer Leverkusen-:-
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