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21.09.2010, 19:41
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Namenssuche:
Otto-Hinze-seiner-Tante-ihr-Stadion
Der Traditionsklub Westfalia Herne verlost den Namen seines Stadions - ein neuer Weg bei dieser Form von Marketing. Die alten Methoden haben sich mitunter auch bewährt.
von Stefan Osterhaus
In Herne ist man gerne. Wie könnte es auch anders sein angesichts einer Stadt, deren führender Fußballklub sich in diesen Tagen originell wie kein zweiter präsentiert. Die Vereinskasse hat ein Leck, und um dieses zu füllen, ergreifen die Verantwortlichen eine kreative Maßnahme: "Der Weg zum Schlossherrn" heißt die Aktion, in der es um die Namensrechte am Stadion des Fünftligisten geht, der wahrlich schon bessere Zeiten gesehen hat.
"Stadion am Schloss Strünkede" ist der jetzige Name der Arena, und um Einnahmen zu generieren, veranstaltet die Westfalia eine Tombola. Lose kosten 20 Euro pro Stück, mindestens 1500 müssen verkauft werden, damit es zur Ziehung des großen Preises kommt. Der Gewinner darf für den Rest der Saison dem Stadion einen Namen seiner Wahl verleihen - mit der Einschränkung, dass Unflätigkeiten bei der Auswahl ebenso wenig gestattet sind wie diskriminierende und rassistische Namen. Nicht ausgeschlossen, dass es am Ende für den Rest der Spielzeit im "Otto-Hinze-seiner-Tante-ihr-Stadion" sehr heiß hergeht.
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Die Herner folgen nur den großen Vorbildern: Die Veräußerung von Namensrechten ist seit Jahren der Hit in der Bundesliga - Klubs, die ihren Namen noch nicht verkauft haben, sind in der Minderheit. Noch sind der Borussia-Park in Mönchengladbach, das Weser-Stadion in Bremen, die Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim, das Stadion am Bruchweg in Mainz (das in Wahrheit an der Martin-Luther-King-Straße liegt), das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern und das Stadion am Millerntor in St. Pauli Bastionen wider den Kommerz.
Doch Mainz hat bereits einen Namensgeber für die neue im Bau befindliche Arena gefunden, in Bremen wäre man froh, wenn sich jemand finden würde, der Namen gegen Bares tauscht, und selbst in St. Pauli wurde schon mal über eine Offerte diskutiert.
Die restlichen zwei Drittel der Liga haben gecasht - mit unterschiedlichen Erfahrungen. Ein Positivbeispiel ist die Arena des FC Bayern, deren Werbewert für den Sportmarketing-Experten Hartmut Zastrow vom Institut Sport und Markt aus Köln immens ist: "Die Allianz-Arena ist das Beispiel schlechthin in Europa. Hier hat sich ein Namensgeber konsequent mit der Arena verknüpft."
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Aus der FTD vom 22.09.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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