Theo Zwanziger ist ein stolzer Mann, wie die meisten Sportfunktionäre ist er keineswegs uneitel. Und wenn es feierlich wird, hält er gerne Reden, also ist der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes am Freitagabend vor die Nationalspieler getreten. "Der deutsche Fußball ist stolz auf diese Mannschaft", hat Zwanziger verkündet, und wahrscheinlich ist er auch ein bisschen stolz auf sich selbst. Schließlich ist er als Verbandschef so etwas wie der Aufsichtsratsvorsitzende dieses unglaublichen Erfolgsprojekts, dessen jüngstes Produkt der wunderbare 6:2-Erfolg gegen hoffnungslos überforderte Österreicher ist.
Mit diesem Sieg hat sich die Mannschaft für die Europameisterschaft 2012 qualifiziert, wie das Freundschaftsspiel am Dienstag in Polen (20.45 Uhr, ZDF und Liveticker auf FTD.de) dienen die übrigen Qualifikationspartien nun als Test. Doch diese Tatsache ist kaum mehr als eine Randnotiz, die DFB-Elf ist im Augenblick einfach viel zu stark, um in einer Qualifikation zu scheitern. Wirklich sensationell ist hingegen die individuelle Qualität, die dem Bundestrainer im Augenblick zur Verfügung steht. "Vor vier, fünf Jahren hieß es immer: kein gescheiter Torwart, kein Stürmer, kein Mittelfeldspieler. Jetzt haben wir alles, auch doppelt und dreifach besetzt", sagte Miroslav Klose, dieser leise Stürmer, der eigentlich nie schwärmt.