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Merken   Drucken   04.09.2011, 18:44 Schriftgröße: AAA

Nationalmannschaft: Löws Luxusproblem

Plötzlich gibt's Topspieler im Überfluss, auch im Mittelfeld. Das ist schlecht für Superstar Mario Götze.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Marius Becker
Plötzlich gibt's Topspieler im Überfluss, auch im Mittelfeld. Das ist schlecht für Superstar Mario Götze. von Daniel Theweleit, Gelsenkirchen
Theo Zwanziger ist ein stolzer Mann, wie die meisten Sportfunktionäre ist er keineswegs uneitel. Und wenn es feierlich wird, hält er gerne Reden, also ist der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes am Freitagabend vor die Nationalspieler getreten. "Der deutsche Fußball ist stolz auf diese Mannschaft", hat Zwanziger verkündet, und wahrscheinlich ist er auch ein bisschen stolz auf sich selbst. Schließlich ist er als Verbandschef so etwas wie der Aufsichtsratsvorsitzende dieses unglaublichen Erfolgsprojekts, dessen jüngstes Produkt der wunderbare 6:2-Erfolg gegen hoffnungslos überforderte Österreicher ist.
Mit diesem Sieg hat sich die Mannschaft für die Europameisterschaft 2012 qualifiziert, wie das Freundschaftsspiel am Dienstag in Polen (20.45 Uhr, ZDF und Liveticker auf FTD.de) dienen die übrigen Qualifikationspartien nun als Test. Doch diese Tatsache ist kaum mehr als eine Randnotiz, die DFB-Elf ist im Augenblick einfach viel zu stark, um in einer Qualifikation zu scheitern. Wirklich sensationell ist hingegen die individuelle Qualität, die dem Bundestrainer im Augenblick zur Verfügung steht. "Vor vier, fünf Jahren hieß es immer: kein gescheiter Torwart, kein Stürmer, kein Mittelfeldspieler. Jetzt haben wir alles, auch doppelt und dreifach besetzt", sagte Miroslav Klose, dieser leise Stürmer, der eigentlich nie schwärmt.
Der Blick von Joachim Löw (l:) und Hans-Dieter Flick geht schon ...   Der Blick von Joachim Löw (l:) und Hans-Dieter Flick geht schon Richtung EM 2012
Plötzlich gibt es Qualitätsfußballer im Überfluss, Klose wurde regelrecht euphorisch: "Ich kann eindeutig sagen, dass das die beste deutsche Mannschaft ist, in der ich gespielt habe." Einen kleinen Anteil an dieser bemerkenswerten Entwicklung hat auch Präsident Zwanziger. Der DFB bemüht sich seit Jahren um die Ausbildung der vielen Talente, die derzeit ins Team drängen. Die Flut der Fußballer mit Europameisterschaftspotenzial ist das große Thema, das die Nationalmannschaft während der kommenden Monate begleiten wird.
Ganz besonders umkämpft sind dabei die Plätze im Mittelfeld. Jahrzehntelang sehnte Deutschland sich nach mehr Kreativität, noch 2008 nach der Finalniederlage bei der EM gegen Spanien wurde das Ziel formuliert, "dass wir den Konkurrenzkampf erhöhen und uns spielerisch verbessern", erzählte der Bundestrainer am Freitagabend. Inzwischen fragt Löw sich: Wie soll er Mario Götze einbauen?

Teil 2: Das 4-2-3-1-Prunkstück

  • Aus der FTD vom 05.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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