Denn das Hin und Her der vergangenen Tage mit Hanspeter Latours Entlassung, Meiers Krankenbesuch bei Daum, der bizarren Hospitalpressekonferenz, mit der Absage und dem postwendenden "Ich will doch" des Umworbenen kommt einer Posse gleich. Zuerst lieferte sich die Klubführung um Präsident Wolfgang Overath den Launen des Fußballlehrers aus, kassierte einen Korb und wirkte ratlos bei der Trainersuche. Daums Meinungsumschwung nur drei Tage später lässt nun Zweifel an der ohnehin beschädigten Glaubwürdigkeit des Trainers aufkommen.
Eine "Herzensangelegenheit" sei diese Kehrtwende, hieß es am Sonntag am Rande der Zweitligapartie. Wie Manager Meier berichtete, habe Daum ihn am Samstagvormittag angerufen und mitgeteilt, "dass er nicht mit dieser Entscheidung in Harmonie kommen könne". Wilde Spekulationen über die Gründe für Daums plötzliche Zusage konnte Meiers Auftritt nicht verhindern. Gab es etwa Neuigkeiten von den Ärzten über Daums Erkrankung? Hat die heftige Kritik der Kölner Fans und der Medien den Trainer umgestimmt? Daum selbst bittet darum, bis zum ersten Trainingstag von der Öffentlichkeit in Ruhe gelassen zu werden, so ließ er über Meier ausrichten.