Torsten Frings (l.) und Clemens Fritz gehen mit Bremen in Hamburg unter
Der SV Werder, der den HSV vor knapp zwei Jahren innerhalb von 19 Tagen in vier Partien mit kombinationssicherem Offensivfußball gedemütigt und damit beim Rivalen eine Dauerkrise ausgelöst hatte, ist nicht wiederzuerkennen. Der Spielaufbau ist holprig, die Zweikämpfe mutlos, und im Angriff fehlt die Entschlossenheit. Die Mannschaft wirkt, als ob die Spieler nur gelegentlich miteinander trainierten. Vor allem fehlt es an Teamgeist, die Werder-Stars hadern schnell miteinander. Akteure wie Arnautovic oder auch Marko Marin zeigen sich als Fußballautisten, selten sind sie in der Lage, auf die Nebenspieler einzugehen.
Vorn erstaunlich harmlos, hinten gewohnt anfällig, bei Werder ist Fußball momentan eine Verkettung von Fehlleistungen. Wenn der Gegner Druck aufbaut, wie der HSV nach dem Führungstor, verliert Bremen die Ordnung. "Wie wir uns in der zweiten Halbzeit präsentiert haben, lässt nichts Gutes erhoffen. Wir müssen uns alle mal die Frage stellen, ob wir es noch können", sagte Torsten Frings.
Da spielte Werder wie ein Absteiger. Nach einem kapitalen Patzer von Nationalspieler Per Mertesacker war es ein Leichtes für Mladen Petric, Guerrero das 2:0 vorzulegen. Danach kombinierte der HSV wie an besseren Tagen, immer wieder angetrieben von Zé Roberto und Pitroipa. Guerrero gelang auch der dritte Treffer. Der eingewechselte Ben-Hatira erzielte gegen die willenlosen Bremer den Endstand. Werder Bremen muss sich steigern, will es die Klasse halten. "Wenn die Mannschaft die Fans für dieses Spiel nicht um Vergebung bittet, dann tue ich es", kündigte Bremens Sportdirektor Klaus Allofs an.