FTD.de » Sport » Das Gute am Rangnick-Rücktritt

Merken   Drucken   22.09.2011, 12:46 Schriftgröße: AAA

Profisport und Burnout: Das Gute am Rangnick-Rücktritt

Kommentar Der Schalke-Trainer schafft seinen Job nicht mehr. Und gibt das öffentlich zu. Das zeigt, dass im Profifußball ein Klima geschaffen wurde, in dem Sportler Schwächen zugeben dürfen. von Axel Kintzinger
Die Nachricht vom Rücktritt Ralf Rangnicks vom Cheftrainerposten bei Schalke 04 löst zwei Empfindungen aus: Erschrecken darüber, dass der Leistungsdruck in der Unterhaltungsindustrie Bundesliga-Fußball offenbar so groß ist, dass selbst gestandene Sportler wie Rangnick unter ihr zusammenbrechen. Und Erleichterung darüber, dass ein so prominenter Vertreter die Reißleine ziehen und aussteigen kann, ohne Gefahr zu laufen, als verweichlicht stigmatisiert zu werden.
Ralf Rangnick   Ralf Rangnick
Der Schwabe aus Gelsenkirchen ist nicht der erste Spitzensportler, der wegen mentaler Erschöpfung, mitunter auch wegen Depression, seinen Job nicht mehr ausüben kann. Die bekanntesten sind der Skispringer Sven Hannawald und der Fußballstar Sebastian Deisler. Hannovers Ersatztorwart Markus Miller hat sich wegen eines ähnlichen Symptoms wie Rangnick erst Anfang September in stationäre Behandlung begeben. Vielleicht hätte auch Robert Enke geholfen werden können - aber der Nationaltorwart verheimlichte seine Depression gegenüber Klub und DFB.
Wie sich die beiden jüngsten Fälle entwickeln, ist zum jetzigen Zeitpunkt natürlich unklar. Aber es gibt gute Gründe dafür, dass der Trainer Rangnick und der Torwart Miller wieder auf die Beine kommen können. Weil sie ihr Leiden - das doch so anders ist als die üblichen Sportverletzungen - nicht verheimlicht haben, weil Vereine und Verbände solidarisch hinter ihnen stehen und ihnen helfen.
Das ist nicht wenig, denn solche personellen Ausfälle bringen Unruhe in eine Mannschaft, können leistungshemmend wirken und in letzter Konsequenz Geld kosten. Dennoch haben Vereine und Verbände offenbar ein Klima geschaffen, in dem Sportler, die sonst immer Stärke demonstrieren müssen, ihre Schwäche zugeben dürfen. Wenn das in anderen Wirtschaftszweigen auch der Fall wäre, spräche heute wohl niemand über eine "Generation Burnout". Insofern erfüllt der Sport auch hier wieder eine Vorbildrolle.
  • FTD.de, 22.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
Kommentar schreiben Pflichtfelder*





Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
Schlagzeilen
FUSSBALL

mehr Fussball

MOTORSPORT

mehr Motorsport

RADSPORT

mehr Radsport

SPORTMIX

mehr Sportmix

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote