Stephane Peterhansel bei der Rallye Dakar 2011
Vielleicht spielt der alte Saitenzupfer ja diesmal "Wind of Change". Das Schmachtlied aus der deutschen Wendezeit würde zur vierten Auflage der Dakar über 4161 Kilometer auf südamerikanischem Boden gut passen, immerhin fehlt der alten Afrika-Rallye noch der angemessene Soundtrack für den im Sommer eingeleiteten Wandel. Mit VW verließ nach
Nissan 2007 und
Mitsubishi 2009 das letzte Werksteam die Rallye-Raid-Szene.
Vorbei sind die Tage, da die hochprofessionellen Offroad-Abteilungen der Automobilriesen die Dakar dominierten und mit einem gigantischen materiellen Aufwand das Fahrerlager zweiteilten - in Werkspiloten und Privatiers. Dass Letztere sich ebenfalls trennen in Privatpiloten und solche, die mit fremdem Kapital unterwegs sind, ändert an den Post-VW-Verhältnissen wenig, das Spitzenfeld wird nur etwas breiter als in den vergangenen drei Jahren, als VW-Fahrer neun von acht Podiumsplätzen eroberten.
Insgesamt sind 465 Starter eingeschrieben, 218 Motorräder, 171 Autos und 76 Lkw. Schaut man allein auf die Zahl der Teams, die gewinnen könnten, nimmt eine neue Ära Gestalt an. Altmeister Stéphane Peterhansel zum Beispiel kann siegen. Der neunfache Gesamtsieger sitzt in einem Mini All4 Racing des
BMW -Erben Sven Quandt, dessen X-Raid-Flotte (fünf Minis, drei X3) nach dem VW-Ausstieg das größte Team bildet.