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Merken   Drucken   11.01.2011, 20:06 Schriftgröße: AAA

Reformpläne der Uefa: Wenn Tore, die das Geld schießt, nicht zählen

Die Uefa konkretisiert ihren Plan Financial Fair Play. Darin skizziert der Verband die Anforderungen an finanziell gesunde Vereine - und droht Abweichlern noch verhalten mit Ausschluss aus der Champions League. von Jens Weinreich, Nyon
"Wissen Sie, was der Super-GAU ist?", fragt Karl-Heinz Rummenigge. Er beugt sich über das Mikrofon und schaut in die Runde, die sich am Dienstag im Hauptquartier der Uefa in Nyon am Genfer See versammelt hatte. "Der Super-GAU ist, wenn sich eine Mannschaft für die Champions League qualifiziert und dann mitgeteilt bekommt, dass sie aus finanziellen Gründen nicht teilnehmen darf." Das könnte ab 2014 allen Klubs passieren, die auf Teufel komm raus den Erfolg suchen und sich nicht um die Bilanzen scheren.
Ein solches Exempel wäre vielleicht der Super-GAU für den betreffenden Verein, ist aber eigentlich im Sinne des Karl-Heinz Rummenigge. Denn als Vorstandschef des FC Bayern und als Chef der Europäischen Klubvereinigung (ECA) hat Rummenigge ein doppeltes Interesse an einem fairen Wettbewerb. In Spanien, Italien oder England setzen Milliardäre und Politiker mit Sondergesetzen den Wettbewerb außer Kraft. Munter werden Verluste angehäuft. Auch in Deutschland geschehen wundersame Dinge.
Uefa-Präsident Michel Platini   Uefa-Präsident Michel Platini
Spanien allerdings, das den Welt- und Europameister stellt, hat noch nicht einmal ein Lizenzierungsverfahren für Profivereine. Unter den 53 Mitgliedsnationen der Uefa gibt es nur ein weiteres Land ohne derlei Regularien: Albanien.
"So kann es nicht weitergehen", sagt Uefa-Präsident Michel Platini . Gemeinsam mit Rummenigge stellte Platini in Nyon das Programm "Finanzielles Fairplay" (FFP) vor. Demnach führt die Uefa ab der Saison 2011/12 Buch und nimmt fortan alle Unternehmen in die Pflicht. Künftig werden die Bilanzen von drei Geschäftsjahren begutachtet, um die Mannschaften für den Europacup zuzulassen. "Wir wollen die Integrität des Wettbewerbs schützen", sagt Generaldirektor Gianni Infantino. "Man darf einen Pokal nicht auf Kredit gewinnen."
Ein Lizenzierungsverfahren hat die Uefa seit sieben Jahren. Seither wurden 54 kleinere Vereine nicht für europäische Wettbewerbe zugelassen. Die Giganten aber dürfen weiter Schulden machen und einkaufen, wie sie wollen. Etwa Scheich Mansur Bin Sajid Al Nahjan, der Manchester City besitzt und sich gerade für 34 Mio. Euro Edin Dzeko vom VfL Wolfsburg geleistet hat.

Teil 2: Klubfußball soll "gerechter und moralischer" werden

  • Aus der FTD vom 12.01.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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