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Merken   Drucken   25.05.2011, 10:00 Schriftgröße: AAA

Relegation gegen Gladbach: VfL Bochum mental im Vorteil

Das Tor im Hinspiel in allerletzter Sekunde ficht den Optimismus des Bochumer Trainers Funkel nicht an - schließlich hatte er vergangene Woche das "beste Saisonspiel" seiner Mannschaft gesehen. Der Aufstieg würde den Triumph des Ruhrpott-Fußballs perfekt machen. von Andreas Morbach, Bochum
Die Botschaft auf der Tafel vor dem Bochumer Trainingsgelände ist schlicht. Eine Westernlandschaft, dazu am rechten Rand ein paar Hochöfen und Fabrikschlote im Halbschatten - und auf der linken Seite, deutlich größer, ein Holzpfosten mit Wegweisern: Drei an der Zahl, die nach Dortmund, München und Gelsenkirchen weisen. Und ein vierter, abgeknickt, auf dem Aachen steht. Aachen, das ist zweite Liga - und in die möchten die Bochumer am Mittwochabend Mönchengladbach zerren. Dafür müssen sie im entscheidenden Duell mit der Borussia ihre stolze Serie - direkter Aufstieg in die Bundesliga nach jedem ihrer bislang sechs Abstiege - fortschreiben.
Bochums Trainer Funkel wirkt nach der Relegation-Hinspielniederlage ...   Bochums Trainer Funkel wirkt nach der Relegation-Hinspielniederlage gegen Gladbach nachdenklich
Vor dem ersten Relegationsspiel, das Gladbach durch ein Last-Second-Tor 1:0 gewann, streute VfL-Trainer Friedhelm Funkel als Lockerungsübungen für sein Team einen gemeinsamen Kinoabend sowie einen Besuch beim Tennisturnier in Düsseldorf ein. Aber erstens lauerten, sehr zum Missfallen Funkels, strenge Dopingkontrolleure seinen Spielern im Kinofoyer abends um halb elf auf. Zweitens hat der 57-jährige Aufstiegsspezialist nun den ureigensten Charakter seiner Kicker entdeckt. "Wir sind Fußballer", betont Funkel. Und deshalb schauten sich die Bochumer am Dienstagabend gemeinsam das Rückspiel zwischen Osnabrück und Dresden um das letzte Zweitligaticket an.
Eine Abteilung weiter oben hat sich an Borussias Favoritenstellung durch das Hinspiel wenig geändert. Außer, dass die Funkel-Elf erfreut, ja fast erstaunt über ihren vor allem vor der Pause respektablen Auftritt war. "Das war unser bestes Saisonspiel", lobt der VfL-Trainer, dessen Mannschaften nie für ihre tollkühne Offensivkunst bekannt waren, der in der Dämmerung des Showdowns jetzt aber großen Spaß am verbalen Angriff entwickelt hat.
"Entscheidend ist, Topleistungen im richtigen Moment abzurufen", sagt Funkel. Das hat der zwischen den Ruhrpott-Giganten Schalke und Dortmund eingeklemmte Klub beim Hinspiel in Gladbach hinbekommen. Daher hat Funkel den mühevollen Marsch seiner Elf auf Relegationsplatz drei längst vergessen - viel lieber warnt er vor dem vom Schweizer Lucien Favre betreuten Erstligisten: "Das wird ein spannendes Spiel - mit einem Ausgang, der völlig offen ist."

Teil 2: Der entscheidende Unterschied

  • Aus der FTD vom 25.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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