Lance Armstrong (r.) Arm in Arm mit einem Gondoliere in Venedig
Sollte dann sein jetziger Teamkollege Alberto Contador zur Heimat-Équipe Caisse d'Epargne wechseln, könnte es einen heißen Zweikampf der beiden im Juli geben. Die gegenseitige Loyalität, die durch die noch vorhandene Team-Zugehörigkeit zu Astana besteht, müsste dann nicht mehr aufrechterhalten werden.
Ein ähnliches Szenario mit Wechsel in der laufenden Saison gab es bereits 2003 einmal, als das Essener Coast-Team mit Jan Ullrich zahlungsunfähig war und vor der Tour durch Bianchi aus Italien ersetzt wurde. Der jetzt drohende Astana-Ausstieg spielt sich vor dem Hintergrund ab, dass der kasachische Nationalheld Alexander Winokurow nach Ablauf seiner Doping-Sperre im August zurück ins Geschäft drängt, womöglich mit Hilfe der alten Geldgeber aus der boomenden Hauptstadt Astana.
Das Thema Doping hätte zu Beginn der pompösen Feierlichkeiten in Venedig allerdings nur gestört. Als die Favoriten der Presse in der Turnhalle Palasport Gianquinto vorgestellt wurden, fiel das immer aktuelle Reizwort nicht einmal. Dabei war die Creme de la Creme des internationalen Radsports vertreten. Verdächtigte wie Armstrong oder Toursiger Carlos Sastre saßen neben Entlarvten und Bestraften wie Basso, Danilo di Luca, Gilberto Simoni oder Stefano Garzelli.
Die Französischen Anti-Doping-Agentur AFLD hatte wegen Verzögerung einer Dopingkontrolle am 17. März in Südfrankreich über eventuelle Sanktionen gegen Armstrong beraten.