Hat gut lachen: Lindsey Vonn fährt in dieser Saison - mal wieder - in einer eigenen Liga. Zweite Plätze nimmt die Amerikanerin als Beleidigung auf
Ein Sieg von Lindsey Vonn ist eigentlich nichts Besonderes, neunmal stand sie in diesem Winter ganz oben auf dem Podest. Aber der Triumph in der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen war nicht irgendeiner, sondern der 50. ihrer Karriere. Nur zwei Skirennläuferinnen haben bisher öfter gewonnen: Vreni Schneider aus der Schweiz (55 Siege) und die Österreicherin Annemarie Moser-Pröll (62).
Vonn hat dreimal den Gesamtweltcup gewonnen, ist Olympiasiegerin und zweimalige Weltmeisterin. Sie ist seit Jahren die Saisonbeste in der Abfahrt und im Super-G, sammelt Weltcupkugeln wie andere Bierdeckel und hat Rennen in jeder Disziplin gewonnen. Aber das Gefühl, alles erreicht zu haben, kennt sie trotzdem nicht. Lindsey Vonn sucht immer neue Herausforderungen, immer neue Ziele. In diesem Winter ist das die Riesenslalom-Kugel. "Für sie zählt nur gewinnen, das macht sie auch so stark", sagt der amerikanische Cheftrainer Alexander Hödlmoser, der schon bei ihrem ersten Sieg dabei war.
Die 27-Jährige wehrte die Angriffe bisher souverän ab, und sie wird es wohl auch noch in der nächsten Zeit tun. In der Abfahrt war jahrelang Maria Höfl-Riesch diejenige, die ihr am nächsten kam - und die Einzige, die sie zwischen Januar 2010 und März 2011 ein paar Mal bezwingen konnte. In dieser Saison ist die Zahl der Herausforderinnen gestiegen, und mit Elisabeth Görgl aus Österreich sowie der Italienerin Daniela Merighetti gibt es auch zwei neue Abfahrtssiegerinnen.