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  04.11.2009, 10:39    

Steuervorteil für Fußballstars: Spanien kippt "Lex Beckham"

Nicht einmal 25 Prozent Steuern mussten ausländische Fußballstars bislang in Spanien auf Einkommen von mehr als 600.000 Euro zahlen. Damit ist Schluss: Künftig gilt wieder der Spitzensteuersatz - was auch den FC Bayern freuen dürften. von Axel Kintzinger, Hamburg
Die Vereinsbosse in den großen europäischen Fußball-Ligen haben geknurrt damals, aber machen konnten sie nichts. Im Jahr 2004 verabschiedete Spaniens Politik ein Gesetz, das im Volksmund umgehend den Namen "Lex Beckham" verpasst bekam - womit die öffentliche Meinung ziemlich richtig lag. Die Novelle sah nämlich vor, dass Ausländer, die nur vorübergehend in Spanien leben und mehr als 600.000 Euro jährlich verdienen, mit einem Steuersatz von lediglich 24 Prozent behelligt wurden. Es gab damals vor allem einen bekannten Ausländer mit vorübergehendem Aufenthalt und entsprechendem Gehalt in Spanien: David Beckham. Ob der damalige englische Superstar ohne diese fiskalische Sonderbehandlung von Manchester United zu Real Madrid gewechselt wäre, ist unklar.
Die heute regierenden spanischen Sozialisten haben sich jetzt mit anderen Linksparteien darauf geeinigt, dieses Gesetz wieder abzuschaffen - und es dürfte ihnen kaum jemand so laut dafür applaudieren wie die CSU-nahen Großfürsten des FC Bayern oder die zumeist ebenfalls konservativen Klubchefs in England und Italien. Künftig sollen auch Fußballstars in Spanien wieder den Spitzensteuersatz von 43 Prozent entrichten müssen.
Die Superstars der Gegenwart, Cristiano Ronaldo und Kaká von Real Madrid oder Zlatan Ibrahimovic (FC Barcelona), sind von dem neuen Gesetz allerdings nicht betroffen - es soll nicht rückwirkend gelten. Der Portugiese, der Brasilianer und der Schwede beziehen jeweils ein zweistelliges Millionengehalt - netto, versteht sich. Auch sie dürften im Sommer vor allem von der bisherigen Steuergesetzgebung, die ihresgleichen in Europa sucht, nach Spanien gelockt worden sein.
Der anderswo als Wettbewerbsverzerrung beklagte Steuervorteil der spanischen Klubs ist demnächst zwar passé - es bleiben aber andere. Die drastischste Vorzugsbehandlung genießt dabei Real Madrid. Zu Beginn dieses Jahrzehnts - in der ersten Amtszeit des heute wieder regierenden Klubpräsidenten Florentino Pérez - verwandelte die Kommune das Trainingsgelände des Klubs in Bauland - und kaufte es von Real für 400 Mio. Euro. Damit wurden "Galaktische" wie Zinedine Zidane, Luis Figo oder eben Beckham bezahlt. In diesem Jahr, das Geld war längst verbraten und Real holte keine Titel mehr, finanzierten spanische Banken mit Krediten die neuerlich galaktische Einkaufstour. Von den Weltstars Ronaldo, Kaká, Karim Benzema oder Xabi Alonso hätte sich der mittellose Großklub nicht einen leisten können.
  • Aus der FTD vom 04.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland
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