Brasilien also. Löw schaut bei der Auswahl seiner Gegner eher wenig auf Statistik und Weltranglistennotierungen - er will vielmehr, dass sich seine Mannschaft immer weiter entwickelt. Für ihn sind als Testspielgegner daher nur die besten Teams gut genug. Deshalb folgen auf Brasilien noch die Niederlande und Frankreich auf dem Weg zum ganz großen Ziel: Europameister. Die DFB-Auswahl will sich bei dem Turnier in Polen und der Ukraine im Sommer 2012 wehren gegen die Dominanz der Spanier. Löw weiß: "Die sind das Maß aller Dinge. Aber wir sind extrem bestrebt, den nächsten Schritt zu machen", sagte er und meint damit, Spanien bei der EM endlich einmal zu schlagen. Was auch sonst: Es gibt keine andere Mannschaft mehr, die für seine Elf ein schwer zu überwindendes Hindernis darstellt. Dass die DFB-Elf seit 2006 bei Großereignissen immer mindestens das Halbfinale erreichte, spricht für sich.
Doch am Mittwochabend gilt es, erstmals nach 18 Jahren wieder Brasilien zu besiegen. Am 17. November 1993 trafen Guido Buchwald und Andreas Möller in Köln zum 2:1-Endstand. Und auch wenn Löw an den Gegner am Dienstag artig Komplimente austeilte, scheint der fünffache Weltmeister auch für den Bundestrainer an Strahlkraft eingebüßt zu haben. "Sie beherrschen die Technik sicher besser als die Taktik und gleichen Schwächen damit aus", sagte Löw.
Das Team von Trainer Mano Menezes steckt im Neuaufbau und wird mit einer Mischung aus jungen Talenten sowie Routiniers gegen Deutschland spielen. Auch Bastian Schweinsteiger fällt zu Namen wie Neymar, 19, Ganso, 22, oder Lucas, 18, nicht gleich der passende Verein ein. "Uns wurden die Schwächen auf Video gezeigt. Alles zu erzählen wäre aber falsch", sagte Schweinsteiger am Dienstag.