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  Südafrika 2010 FTD-Serie: WM am Kap der guten Hoffnung

Bei der Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr hofft Deutschland wieder auf den Titel. Doch etliche andere Nationen haben mindestens so gute Voraussetzungen wie die DFB-Elf. FTD.de analysiert in einem Spezial die Chancen, verfolgt alle Spiele rund um die WM und präsentiert Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.

Merken   Drucken   06.05.2010, 18:59 Schriftgröße: AAA

Torwartfrage noch offen: Da waren's plötzlich drei

Keine Überraschungen bei den Feldspielern, dafür aber in der Torwartfrage. Nach der Verkündung des WM-Kaders dürfen nicht nur Neuer und Wiese, sondern auch Butt hoffen. von Christoph Ruf, Stuttgart
Bundestrainer Joachim Löw und sein Assistent Hans-Dieter Flick hatten erkennbar Mühe, die Fassade zu wahren. Der eigentliche Arbeitstag war vorbei, der vorläufige Kader präsentiert. Und nun standen sie schon seit eineinhalb Minuten neben dem neuesten Prestigeobjekt aus dem Hause des Sponsors.
Einige Hundert Mal waren sie abgelichtet worden - und auf vier, fünf Bildern dürfte tatsächlich der Anflug eines gequälten Lächelns von Flick oder Löw zu sehen sein. Während Torwarttrainer Andy Köpke und Manager Oliver Bierhoff den Eindruck machten, als könnten sie noch bis in den späten Nachmittag weiterlächeln, reichte es dem Bundestrainer und seinem Assistenten schon bald. Löw schritt von dannen, unterschrieb noch ein Fantrikot und entschwand.
Bundestrainer Joachim Löw lässt die Torwartfrage noch offen   Bundestrainer Joachim Löw lässt die Torwartfrage noch offen
In der Dreiviertelstunde zuvor hatte Löw mehr Geduld bewiesen und immer wieder Personalentscheidungen erläutert, die kaum ein Beobachter überraschend oder gar unverständlich finden mochte. Zumal die DFB-Verantwortlichen das Erregungspotenzial in den Tagen zuvor schon geschickt heruntergefahren hatten.
Die offenbar schicksalsträchtige Frage, ob Kevin Kuranyi nun mit zur WM dürfe, hatte Löw bereits am Montag per Presseerklärung abschlägig beantwortet. Und auch die Tatsache, dass Bayerns Jörg Butt als dritter Keeper mit zur WM fahren würde, war schon kurz nach der verletzungsbedingten Absage von René Adler durchgesickert. Eine schwere Geburt war sie offenbar auch nicht "Wir haben diskutiert, die Entscheidung ist aber schnell gefallen."
WM-Kader Löws Team für Südafrika
In der Tat sprach ja einiges für den ruhigen Bayern-Keeper, nicht zuletzt der Umstand, dass er 2000 und 2002 klaglos sein Reservistendasein ertragen hatte. Umso überraschender, dass sich Löw am Donnerstag standhaft weigerte, Butt zur Nummer drei zu erklären und es beim Duell zwischen Tim Wiese und Manuel Neuer zu belassen.
Stattdessen lobte er Butt über alle Maßen ("seriös", "klar", "hervorragende Saison") und läuft nun Gefahr, in den kommenden Wochen eine Diskussion aufgezwungen zu bekommen, die nach einem möglichen Champions-League-Sieg der Bayern schnell eine ungewünschte Eigendynamik entfalten könnte. Butt jedenfalls "will spielen, wie jeder, der bei einer WM dabei ist". Der Oldenburger sagte ungewohnt kess. "Ich traue es mir zu."

Teil 2: Nominierung war populär wie folgerichtig

  • Aus der FTD vom 07.05.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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