Der Cottbusser Tony Martin (HTC) belegt derzeit den 6. Rang
Damit ist der Cottbusser Tony Martin (HTC) auf Rang sechs - direkt hinter den Luxemburger Brüdern Fränk und Andy Schleck (Leopard) - jetzt bester Deutscher. Auch er kam am Sonntag bei der schweren Karambolage in der Abfahrt vom Puy-Mary-Pass zu Fall, zog sich aber nur einen Schnitt am Knie zu und konnte weiterfahren. "Tony kam als etwa 20. um die Kurve, hat sie da alle liegen sehen und gebremst, was er konnte", erzählte Rolf Aldag, Teammanager bei HTC. "Das hat nicht gereicht, aber er ist kontrolliert gestürzt."
Wütend war Martin trotzdem. Auf seiner Internetseite schimpfte er am Montag: "Ja, ich sehe einen Zusammenhang zwischen der Organisation und den Stürzen. Wir werden hier zum Teil über mörderische Strecken gejagt." Die Straßen seien eng und schlecht. Andere Fahrer taten ihren Unmut via Twitter kund. "Geisteskrank und absurd per Definition. Haben wir nichts vom Giro gelernt? Unfälle und Chaos spielen eine größere Rolle als der eigentliche Sport. Sehr frustrierend", schrieb der Amerikaner Brent Bookwalter vom BMC-Team und erinnerte an den Tod des Belgiers Wouter Weylandt in diesem Frühjahr. "Jeder, der in ein Radrennen involviert ist (auch die Fahrer), sollte einen schriftlichen und einen Praxis-Test absolvieren, bevor er eine Lizenz bekommt", verlangte der britische Sprinter Mark Cavendish (HTC).
Er spielte damit auch auf die Reporter an, die die Rennfahrer zunehmend gefährden. Auf der fünften Etappe hatte das Motorrad eines Fotografen den dänischen Profi Nicki Sörensen (Saxo Bank) umgefahren. Am Sonntag rammte ein Auto des französischen Fernsehens den Spanier Juan Antonio Flecha (Sky), der wiederum den Holländer Johnny Hoogerland mitriss. Dieser flog in einen Stacheldrahtzaun und schleppte sich anschließend blutüberströmt mit vielen Schnitten an den Beinen ins Ziel. Beide Fahrer gehörten zu einer fünfköpfigen Spitzengruppe. Der Autofahrer gefährdete somit nicht nur ihre Gesundheit, sondern nahm ihnen auch die guten Chancen auf einen Etappensieg. Er wurde ebenso wie der Motorradfahrer wenige Tage zuvor von der Tour ausgeschlossen.