Der Italiener Gabriele Tarquini hat den Tourenwagen-Thron bestiegen: Dem Seat-Piloten genügten beim Saisonfinale in Macau ein zweiter und ein fünfter Platz. Damit sicherte er sich den Titel vor seinem französischen Kollegen Yvan Muller.
Der Italiener Gabriele Tarquini hat die Tourenwagen-WM gewonnen und sich zum ältesten Weltmeister der Motorsport-Geschichte gekrönt. Dem 47 Jahre alten Seat-Piloten reichten beim Saisonfinale im chinesischen Macau ein zweiter und ein fünfter Platz, um sich erstmals den Titel zu sichern. "Darauf musste ich sehr lange warten", sagte Tarquini, der ein Jahr älter ist als der legendäre Argentinier Juan-Manuel Fangio beim Gewinn seines fünften Formel-1-Titels im Jahr 1957.
Rang zwei im Gesamtklassement belegte nach 24 Saisonläufen der entthronte Titelverteidiger Yvan Muller aus Frankreich in einem weiteren Seat vor BMW-Pilot Augusto Farfus aus Brasilien. Den Herstellertitel sicherte sich mit 314 Punkten wie im Vorjahr Seat vor BMW (311).
Angesichts der verpassten WM-Chancen in Fahrer- und Hersteller-Ranking waren für BMW die Plätze eins und zwei im letzten Saisonrennen auf dem berüchtigten Stadtkurs "Guia Circuit" nur ein schwacher Trost. Den Sieg in dem nach einem heftigen Unfall mit mehreren Wagen zwei Runden vor dem Ende abgebrochenen Lauf holte sich Farfus in 22:20,166 Minuten vor seinem BMW-Kollegen Jörg Müller (Hückelhoven) und Muller.
Farfus gelang damit zwar sein sechster Saisonsieg. Seine kleine Titelchance, mit der er nach Macau gekommen war, hatte der 26-jährige BMW-Pilot jedoch bereits mit Rang acht im ersten Lauf eingebüßt. Diesen hatte Robert Huff im Chevrolet vor Tarquini und Jordi Gené (Spanien/Seat) gewonnen.
Gabriel Tarquini in seinem Seat beim WM-Lauf in Mexiko
Der neue Weltmeister Tarquini war der konstanteste Fahrer der Saison. Der Tourenwagen-Europameister von 2003 war nur zweimal nicht in die Punkteränge gekommen und hatte nach 24 Läufen 127 Zähler auf dem Konto. Der geschlagene Muller brachte es auf 123, Farfus auf 113 Punkte. Als einziger deutscher Werksfahrer beendete Jörg Müller die Saison mit 76 Zählern auf Rang sechs.
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