Wie Ferrero gehört auch Bitburger zu den DFB-Partnern - nicht aber zu den 21 Fifa-Sponsoren, die insgesamt etwa 700 Mio. Euro für die Werberechte gezahlt haben. Diese fühlen sich nun zum Teil um die exklusive Vermarktung gebracht; einzelne deutsche Sponsoren wollen Geld zurück. "Keine Exklusivität bedeute auch weniger Geld", zitierte die Deutsche Presse-Agentur aus Branchenkreisen.
Fragen zu künftigen Turnieren
Experten prognostizierten bereits nach der BGH-Urteilsverkündung, dass das Vermarktungskonzept der Fifa ins Wanken gerate: "Fifa und Sponsoren werden sich Gedanken machen müssen, wie die Verträge künftiger Turniere gestaltet sein können", sagte Stephan Schröder von der Sportmarkforschungsfirma Sport + Markt.
In der Vergangenheit war es immer wieder zu Konflikten gekommen, weil die Fifa einen sehr weitgehenden Schutz für Sponsoren beansprucht. Firmen scheuten daher Werbung mit WM-Bezug. "Das BGH-Urteil macht es einfacher", sagte Frank Kientz, Chef der Agentur HW-Consulting, die Kunden mit WM-Interesse vertritt. Der Spot der Biermarke Erdinger mit Franz Beckenbauer bleibe zwar gleich. "Dort haben wir WM-Begriffe bewusst vermieden." Aber für andere Kunden nutzt Kientz neue Slogans: "Es wird das ,Dirndl zur Fußball-WM 2006‘ geben."
Eine endgültige Entscheidung zum Schutz von "WM 2006" steht indes noch aus. Am Dienstag befasst sich das Landgericht München mit dieser Marke, die ein Anbieter von Kosmetikstiften nutzen möchte.