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26.01.2012, 11:48
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Weder schuldig noch unschuldig:
Freispruch im Kieler Handballprozess
Ein vermeintlich gekaufter Sieg im Champions-League-Finale sollte mittels Wirtschaftsstrafrecht bewiesen werden – das misslang gründlich. Dennoch befleckt das Urteil den Ruf der Handball-Granden Schwenker und Serdarusic.
Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic bleiben auf freiem Fuß und ohne Geldstrafen, aber ihr Ruf und ihre Integrität haben Schaden genommen. "Die Kammer ist nicht von der Schuld der Angeklagten überzeugt, allerdings ist sie auch nicht von der Unschuld überzeugt", sagte der Vorsitzende Richter Matthias Wardeck und befeuerte damit die Interpretation vom Freispruch zweiter Klasse.
Fakt ist: Die beiden früheren Macher des Handball-Rekordmeisters THW Kiel sind nach 19 Prozesstagen vom Vorwurf der Bestechung im geschäftlichen Verkehr, des Betrugs und der Untreue im Umgang mit Vereinsvermögen freigesprochen worden. Die 5. Große Strafkammer des Kieler Landgerichts überraschte am Donnerstag mit ihrem Urteil kaum jemanden. Dennoch gab es ein riesiges Medienaufkommen mit sieben Kamarerateams des öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehens.
Zvonimir Serdarusic (links) und Uwe Schwenker (Mitte) wurden vom Kieler Landgericht freigesprochen
Die Staatsanwaltschaft wollte nachweisen, dass das einstige THW-Duo das siegreiche Champions-League-Finalrückspiel 2007 gegen den Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt durch Schiedsrichterbestechung gekauft habe. Erstmals in der Geschichte der deutschen Justiz sollte ein vermeintlicher Sportbetrug mit Hilfe des Wirtschaftsstrafrechts bewiesen werden. Das misslang. Mehr als vier Monate lang hatte das Gericht versucht, Licht in das Dickicht aus "Indizien, Lügen, Gerüchten, Halbwahrheiten, persönlichen Animositäten und wirtschaftlichen Interessen" zu bringen, so der Richter. "Dieses Konglomerat hat den Blick auf die tatsächlichen Fakten verstellt."
17 Zeugen sagten aus, darunter Rechtsanwälte, EHF-Funktionäre, Beamte, Verantwortungsträger von anderen Bundesligisten und Schiedsrichter. Einer widersprach dem anderen. Fand der Staatsanwalt den einen Zeugen glaubwürdig, wurde er von der Verteidigung als windig eingestuft. "Es war ein reiner Indizienprozess", sagte Wardeck.
Teil 2: Kritik am Handball-Verband
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dpa, 26.01.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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