Fußball macht reich, auch ohne zu kicken: zumindest Julio Grondona
Vor zwei Wochen hat Staatsanwältin Viviana Beatriz Fein ein Rechtshilfeersuchen beantragt, um ein Dutzend von Grondonas Schwarzkonten aufzuklären: Die 72 Mio. lagern vor allem in der Schweiz, aber auch in Liechtenstein, Spanien und den USA. Grondona steht im Verdacht, Schmiergelder in märchenhafter Höhe von den WM-Ausrichtern Russland (2018) und Katar (2022) kassiert zu haben.
Argentiniens Behörde für Finanzverbrechen (UIF) ist eingeschaltet. Es geht um Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Korruption, schweren Betrug und andere Delikte. Es wird diskutiert, die Steuerunterlagen und sämtliche Geschäftsdaten Grondonas aus den vergangenen zehn Jahren einzuziehen. Und was unternimmt die Fifa angesichts der Vorwürfe gegen ihren Finanzchef? Nichts.
"Grondona ist nicht irgendeiner, der irgendwie ein bisschen korrupt ist. Grondona ist der Erste Vizepräsident und damit die Nummer zwei des Weltfußballs", sagt der Schweizer Nationalrat Roland Büchel (SVP), der sich seit Langem um Korruptionsaufklärung in der Fifa bemüht. "Ich bin überrascht, dass diese neue Summe zum Vorschein kommt. Niemand kann annehmen, dass das sauberes Geld ist!" Grondona führt seit 1979 den argentinischen Verband AFA und hat sich im Oktober für weitere vier Jahre im Amt bestätigen lassen. Über zahlreiche Unternehmen beherrscht er den Fußballmarkt in Südamerika, zu seinen Firmen zählt auch ein Überbleibsel der ISL-Gruppe, die Top-Funktionäre in Fifa und IOC mit mehr als 141 Mio. Schweizer Franken geschmiert hat.