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  Südafrika 2010 FTD-Serie: WM am Kap der guten Hoffnung

Bei der Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr hofft Deutschland wieder auf den Titel. Doch etliche andere Nationen haben mindestens so gute Voraussetzungen wie die DFB-Elf. FTD.de analysiert in einem Spezial die Chancen, verfolgt alle Spiele rund um die WM und präsentiert Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.

Merken   Drucken   14.04.2010, 09:00 Schriftgröße: AAA

WM-Land Südafrika: Unruhe auf rechts außen

Das hat Südafrika gerade noch gefehlt: Aufrufe von militanten Rassisten, die WM zu stören. Nach einem Mord mit politischen Folgen ist die Sicherheitsdebatte wieder voll entbrannt.
In Südafrika kursiert seit einiger Zeit ein Ein-Satz-Witz. "In dieser Woche hat Julius Malema für keinen Skandal gesorgt." Damit ist eigentlich schon alles gesagt über den Jugendführer der Regierungspartei ANC, deren Vorsitzender Präsident Jacob Zuma ist.
Man kann sich das in etwa so vorstellen, als würde der Junge-Union-Vorsitzende Philipp Mißfelder die Schlagzeilen in Deutschland mit radikalen Äußerungen bestimmen und Bundeskanzlerin Angela Merkel permanent in Verlegenheit bringen. In der vergangenen Woche war dieser Malema besonders rege, und da schon in acht Wochen die Fußball-WM beginnen wird, hoffen die Gastgeber, dass der 29-Jährige langsam müde wird.
Südafrikas Präsident Jacob Zuma (l.) mit Fifa-Chef Joseph Blatter   Südafrikas Präsident Jacob Zuma (l.) mit Fifa-Chef Joseph Blatter
Denn seit der Ermordung des Farmers und Rechtsextremisten Eugène Terre'Blanche am Ostersamstag ist die Stimmung im Land aufgeheizt. Malema hat dazu kräftig beigetragen, mit populistischen Äußerungen versuchte er, Kapital zu schlagen aus dem - auch 16 Jahre nach Ende der Apartheid - tief verwurzelten Misstrauen in Teilen der Bevölkerung.
Sensationslüstern hatte das englische Boulevardblatt "Daily Star" bereits das Bild eines Bürgerkriegs in Südafrika gezeichnet: "WM-Fans erwartet ein Blutbad. Rassenkrieg in Südafrika erklärt", titelte die Zeitung und schürte damit, fernab der Realität, die ohnehin vorhandenen Sicherheitsbedenken. Die gibt es - angesichts von täglich 50 Morden täglich in einem der am stärksten von Gewaltverbrechen betroffenen Länder - ohnehin schon.
In diesem WM-Stadion bei Johannesburg wird das Finale stattfinden   In diesem WM-Stadion bei Johannesburg wird das Finale stattfinden
In der gut 100 Kilometer westlich von Johannesburg gelegenen Kleinstadt Ventersdorp, in deren Nähe sich der Mord ereignet hatte, steht am Mittwoch der zweite Gerichtstermin mit den beiden 15 und 28 Jahre alten schwarzen Landarbeitern an, die sich der Polizei gestellt hatten. Beim ersten Gerichtstermin in der vergangenen Woche war es zu Zusammenstößen zwischen Anhängern von Terre'Blanches Afrikaner Weerstandsbeweging (AWB) und Schwarzen gekommen.
Ein schnelles Urteil wäre eine Überraschung. Denn mittlerweile gibt es Hinweise, dass der 69 Jahre alte Terre'Blanche seine Arbeiter vor der Tat zu sadomasochistischem Sex gezwungen hat oder zwingen wollte. Zudem ist bei der Spurensicherung am Tatort offenbar erheblich geschlampt worden, wenngleich das von der Polizei bestritten wird. Die Beweislage in dem Fall ist ähnlich verworren wie die Gesinnung in den extremen politischen Flügeln.

Teil 2: Die Vision der Regenbogennation lebt

  • Aus der FTD vom 14.04.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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