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Merken   Drucken   31.05.2012, 20:40 Schriftgröße: AAA

EM 2012: Strengere Spielregeln für Fußballvermarktung

Das autoritär geführte Gastgeberland Ukraine wirft einen Schatten auf die EM 2012. Dafür trägt der europäische Fußballverband Uefa die Verantwortung. Er und die Fifa sollten die Turniere nicht mehr an Staaten vergeben, die wirtschaftlich impotent oder undemokratisch sind.
© Bild: 2012 DPA/Photomig
Leitartikel Das autoritär geführte Gastgeberland Ukraine wirft einen Schatten auf die EM 2012. Dafür trägt der europäische Fußballverband Uefa die Verantwortung. Er und die Fifa sollten die Turniere nicht mehr an Staaten vergeben, die wirtschaftlich impotent oder undemokratisch sind.

Wenn am 8. Juni der Ball im Eröffnungsspiel der Fußball-EM 2012 zum ersten Mal rollt, hat das Turnier schon ein paar schwierige Monate hinter sich. Die autoritäre Führung des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch mit ihrer unwürdigen Haftbehandlung der Oppositionsführerin Julia Timoschenko hat der Ukraine Boykottandrohungen anderer Regierungen eingebracht - und über das gesamte Fußballfest einen weiten Schatten geworfen.

Ein Makel, für den vor allem die Uefa selbst die Verantwortung trägt. Der europäische Fußballverband vermarktet den Fußball in jeden erreichbaren Winkel des Kontinents, der Weltverband Fifa in jeden erreichbaren Winkel des Globus. Die Turniere werden oft an Staaten vergeben, die entweder wirtschaftlich impotent sind, ein immens teures Großereignis zu verkraften, oder aber politisch außerhalb der demokratischen Werteordnung stehen. Hauptsache, die Kasse der Verbände stimmt dank der Einnahmen aus Lizenzverträgen und Fernsehrechten.

Sport und Politik Zu Gast bei Diktators

Die Idee des Fußballs leidet unter dieser einseitigen und wenig nachhaltigen Vermarktungsstrategie - und droht zunehmend durch politische Konflikte ins Abseits gedrängt zu werden. Um das zu verhindern, sollte die Vergabe künftiger Sportgroßereignisse durch drei Kriterien geregelt werden:

Das wichtigste ist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Gastgebers. Die Turniere werden immer größer, und niemand möchte ernsthaft ihre Ausstattung und die Infrastruktur abspecken. Während in der Endrunde der Fußball-EM 1972 in Belgien nur vier Mannschaften gegeneinander antraten, sind es nun 16 Teams. Ab 2016 wird die Zahl auf 24 aufgestockt - das muss ein Land stemmen können.

Das hoch verschuldete Portugal mit etwas mehr als zehn Millionen Einwohnern hat sich als Gastgeber der EM 2004 verhoben: Stadien, die aufwendig vergrößert wurden, werden kaum noch genutzt. Im zentralportugiesischen Leiria etwa steht eine Arena für 30.000 Zuschauer halb leer in der Gegend herum, weil zu den Erstligaspielen von União de Leiria regelmäßig nur ein paar Tausend Fans kommen. Südafrika als Ausrichter der WM 2010 macht ähnliche Erfahrungen.

Das zweitwichtigste Kriterium ist die politische Verfasstheit des Gastgeberlands. Hier sollten Uefa, Fifa und die anderen Sportverbände darauf achten, ob das Land bei der Vergabe des Turniers eine Demokratie ist oder nicht. Die Entscheidung für die Ukraine war - obwohl damals eine Reformregierung an der Macht war - zumindest risikoreich, genau wie jene für Russland als WM-Land 2018. Die Vergabe der Eishockey-WM 2014 an die lupenreine Diktatur Weißrussland ist eine krasse Fehlentscheidung.

Die Hoffnung auf eine politische Öffnung wird ohnehin meist enttäuscht: China hat nach den Olympischen Spielen 2008 und einer scheinbaren Liberalisierung der Opposition die Daumenschrauben wieder angezogen. Argentinien blieb nach der Fußball-WM 1978 eine Militärdiktatur, und Deutschland steuerte nach Olympia 1936 auf den Zweiten Weltkrieg zu.

Das dritte - und schwammigste - Kriterium ist das der sportlichen Kultur des Gastgeberlands. Sicher kann es sinnvoll sein, in einen fußballerischen Wachstumsmarkt zu investieren - wie bei der WM 1994 in den USA -, wenn die anderen Kriterien stimmen. Eine Fußball-WM in der fast menschenleeren Sandwüste von Katar abzuhalten ist allerdings eine Zumutung.

  • Aus der FTD vom 01.06.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Hamburger SV-1899 Hoffenheim2:0(1:0)
Borussia Dortmund-VfL Wolfsburg2:3(1:2)
VfB Stuttgart-FC Schalke 043:1(2:1)
1. FC Nürnberg-Fortuna Düsseldorf2:0(1:0)
SC Freiburg-SpVgg Greuther Fürth1:0(1:0)
FC Augsburg-Bayern München0:2(0:1)
Eintracht Frankfurt-Werder Bremen4:1(0:0)
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