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Merken   Drucken   13.06.2012, 23:15 Schriftgröße: AAA

EM 2012: Van Marwijk bleibt auch bei Deutschland-Sieg

Trotz Niederlage keine Jobsorge: Hollands Fußballverband garantierte Bert van Marwijk bereits vor dem Klassiker eine Job - auch im Falle eines frühen EM-Aus. Der Bondscoach steht dieser Tage heftig in der Kritik.
© Bild: 2011 DPA/dpa/Bildfunk/Koen Van Weel
Trotz Niederlage keine Jobsorge: Hollands Fußballverband garantierte Bert van Marwijk bereits vor dem Klassiker eine Job - auch im Falle eines frühen EM-Aus. Der Bondscoach steht dieser Tage heftig in der Kritik.

Auch im Falle eines vorzeitigen Scheiterns bei der EM 2012 muss der niederländische Nationaltrainer Bert van Marwijk nicht um seinen Job fürchten. "Wenn wir früher ausscheiden hätte das keine Konsequenzen", sagte der Direktor des Königlichen Niederländischen Fußball-Verbandes (KNVB), Bert van Oostveen, in niederländischen Medien. Der KNVB hatte den Vertrag mit van Marwijk Ende des vergangenen Jahres gleich um vier Jahre bis 2016 verlängert.

Für die EM hatten die Verantwortlichen das Erreichen des Halbfinales als Minimalziel ausgegeben. Sollte Holland am Abend (20.45 Uhr, FTD-Liveticker) gegen Deutschland verlieren, könnte das allerdings schon das Aus für die Elftal bedeuten - wenn Dänemark zuvor gegen Portugal zumindest einen Punkt holt. Zum Auftakt hatte Holland gegen Dänemark überraschend mit 0:1 verloren.

Deutschland - Holland Mehr als ein Fußballspiel

"Beide Seiten haben den Kontrakt mit vollem Verstand verlängert und das basierte auf zwei beeindruckenden Qualifikationsrunden und einem tollen Turnier in Südafrika", sagte van Oostveen. Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika vor zwei Jahren war Oranje erst im Endspiel von Spanien gestoppt worden. "Natürlich kann man auch mal ein Spiel verlieren. Insgesamt haben wir in den vergangenen Jahren deutlich mehr gewonnen", meinte van Oostveen.

Doch die Lage im orangenen Lager ist angespannt. Die zu Ersatzspielern degradierten Stars wie Rafael van der Vaart oder Dirk Kuyt haben ihren Unmut über ihre EM-Nebenrolle bereits öffentlich kundgetan. Van Marwijk gab am Dienstag zu, dass er "vom ersten Tag" an versuche, seinen Spielern Egoismus auszutreiben.

Auch Huub Stevens reihte sich in die Schar der Kritiker ein. "Ganz ehrlich gesagt, glaube ich nicht daran, dass die Niederlande noch weiterkommen! Wenn wir gegen Deutschland verlieren, sind wir schließlich schon raus", sagte der niederländische Trainer des FC Schalke 04 in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung.

Von der Leistung gegen Dänemark war Stevens "enttäuscht", auch mit die Auswahl der Spieler war er unzufrieden. "Meiner Meinung nach musst du die Leute aufstellen, die in guter Verfassung sind! Ich habe immer gesagt, ich würde mit van Persie und Huntelaar zentral in der Spitze spielen. Du hast den englischen und den deutschen Torschützenkönig. Das hätte man nutzen müssen!"

Die Dauerdiskussion um Robin van Persie und Klaas-Jan Huntelaar störte die Vorbereitung auf den Showdown gegen Deutschland. Dass die beiden Super-Torjäger selbst nicht öffentlich reden, befeuert die Spekulationen um den brüchigen Mannschaftsfrieden zusätzlich. Sneijder sprach daher vor dem "Alles-oder-Nichts-Spiel" auch ein Machtwort: "Wir sind hierhergekommen, um Europameister zu werden und das können wir immer noch schaffen. Wir müssen nun zeigen, wie stark wir als Gruppe sind", sagte der Mittelfeldspieler von Inter Mailand der Tageszeitung "De Telegraaf".

Robben hat genug vom ständigen Gerede. "Das einzige, was zählt, ist die Mannschaft. Dem müssen sich alle unterordnen." Der Münchner hat leicht reden, er gilt bei Trainer Bert van Marwijk als unumstritten. Für van der Vaart und Co. ist die Lage anders, weil der Bondscoach stur an seiner Linie festhält. "Das ist schön für die, die Stammspieler sind, aber nicht, wenn du auf der Bank sitzt", sagte der ehemalige HSV-Profi.

  • dpa, 13.06.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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