Mit einer «Roten Karte gegen Kinderarbeit» prangern internationale Organisationen die Ausbeutung Minderjähriger an. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) sowie das UN-Kinderhilfswerk UNICEF verweisen darauf, dass es auch im Austragungsland Südafrika Kinderarbeit gibt.
Weltweit arbeiten rund 215 Millionen Kinder im Alter bis zu 17 Jahren für ihren und den Lebensunterhalt ihrer Eltern unter zum Teil unwürdigen Bedingungen. Das Ziel der den Vereinten Nationen nahestehenden Arbeitsorganisation, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2016 abzuschaffen, dürfte kaum erreicht werden, wie die ILO am Donnerstag mit Blick auf den Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni mitteilte. Der Tag wird seit 2002 in mehr als 60 Ländern begangen. Eine UN-Konvention gegen Kinderarbeit wurde von 90 Prozent der 182 Mitgliedstaaten unterzeichnet.
Die ILO sowie das Kinderhilfswerk UNICEF nehmen die in dieser Woche in Südafrika beginnende Fußballweltmeisterschaft zum Anlass, auf das Problem der Kinderarbeit gerade in Afrika hinzuweisen. Laut UNICEF muss fast jedes dritte Kind in Afrika schon im Alter zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten. Südlich der Sahara liegt der Anteil arbeitender Mädchen und Jungen mit über 35 Prozent weltweit am höchsten. Allein in Südafrika müssten schätzungsweise 850 000 Kinder arbeiten, wie UNICEF ebenfalls am Donnerstag mitteilte.
Nach einem im Mai von der ILO vorgelegten Bericht ist die Zahl der arbeitenden Kinder weltweit zwischen 2004 und 2008 um drei Prozent gesunken - von 222 auf 215 Millionen. Von 2000 bis 2004 lag der Rückgang aber noch bei elf Prozent. Die Autoren des Berichtes warnten davor, dass die 2008 ausgebrochene Finanz- und Wirtschaftskrise die Fortschritte noch weiter bremsen könnte.
UNICEF hat zur Fußball-Weltmeisterschaft einen Aktionsplan aufgelegt, um während der Spiele besonders benachteiligte und gefährdete Kinder zu schützen und für die Umsetzung der Kinderrechte in Südafrika zu werben. «Wirksamen Kinderschutz gibt es nur, wenn die ganze Zivilgesellschaft sich für Null-Toleranz gegen Ausbeutung von Kindern einsetzt», sagte die Leiterin von UNICEF in Südafrika, Aida Girma.
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