WM-Finale 2010
So siegte sich Spanien zum Weltmeister
Aber Schuld? Die Niederländer waren es, die im Verlangen, ihre tragische Geschichte umzuschreiben, die Grenzen zur Körperverletzung überschritten. John Heitinga war nicht der Einzige, der sich so einsetzte, dass er Gelb-Rot verdiente. Van Bommel war mit eindreiviertel Beinen in der Dusche, Nigel de Jong hätte für seinen Tritt gegen Xabi Alonsos Brust (28.) verbannt werden müssen. 8:5 Gelbe für Holland, dazu die Gelb-Rote. In ihrem Schmerz verschlossen sie sich jedoch der Realität: "Das ist eine Schande für den Sport", ätzte Sneijder. "Der Schiedsrichter hat eine schlechte Rolle gespielt." Oder: "Das war ein Weltklasse-Finale, da muss auch ein Weltklasse-Schiedsrichter pfeifen", meinte Arjen Robben. "Er hat sehr viele Fehler gemacht, die uns benachteiligt haben. Das hat jeder gesehen", behauptete van Bommel.
Wer will, kann es so abhaken: Das bessere, fairere Team hat gewonnen. Ein kalter, unhistorischer Blick. Das Motto der 19. Weltmeisterschaft war: Once in a lifetime. Dieses Bewusstsein, die Angst, wieder zu versagen, steckte den Holländern in den Leibern. "Die WM geht für die Niederlande in die Geschichte ein als das dritte Fußballtrauma", schreibt der "Telegraaf". Oranje hat jetzt als erstes Team dreimal ein Finale verloren. Als Einzige starben sie zweimal erst in der Verlängerung. Es fehlt nur noch ein Scheitern im Elfmeterschießen.