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  Südafrika 2010 FTD-Serie: WM am Kap der guten Hoffnung

Bei der Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr hofft Deutschland wieder auf den Titel. Doch etliche andere Nationen haben mindestens so gute Voraussetzungen wie die DFB-Elf. FTD.de analysiert in einem Spezial die Chancen, verfolgt alle Spiele rund um die WM und präsentiert Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.

Merken   Drucken   17.06.2010, 21:55 Schriftgröße: AAA

Titelaspirant Argentinien: Maradonas Spiel hat drei Halbzeiten

WM-Mitfavorit Argentinien deklassiert Südkorea. Das wahre Spektakel aber folgt wie immer erst nach dem Schlusspfiff: Wenn Trainer Diego Maradona die Fußballwelt erklärt. von Florian Haupt, Johannesburg
Diego Armando Maradona kann seine Augen weit aufreißen. Sehr weit. Sekundenlang saß er so da, es sollte sein Erstaunen zum Ausdruck bringen. Gerade war ihm eine Frage entgegengeworfen worden, die er, ein stolzer Mann, nur als äußerst merkwürdig empfinden konnte: Ob diese Gefühle, die er seinen Spielern entgegenbringe, die Umarmung jedes Einzelnen nach Spielschluss, ob ihm das alles natürlich gegeben sei oder ob es doch eher antrainiert sei? Maradona guckte dann noch etwas böse, aber dann lachte er: "Mir gefallen Frauen, he he. Ich bin mit Vero(nica) zusammen", sagte er. "Sie ist 31, blond, sehr hübsch."
Ein Leben für den Ball Die Maradona-Show
Maradonas Einlassungen nach Spielschluss haben sich in Südafrika längst als Pflichttermin etabliert. Als Spektakel, als eine Art dritte Halbzeit der unterhaltsamen Sorte. Das Schöne indes: Am Donnerstag waren die ersten beiden Hälften auch nicht schlecht.
Beim 4:1 (2:1) gegen Südkorea in Johannesburg unterstrich Argentinien seine Favoritenrolle bei dieser WM. Gegenüber dem noch mühsamen Auftaktspiel, dem 1:0 gegen Nigeria, konnte die Mannschaft am Donnerstag ihre Chancen besser verwerten - allen voran Mittelstürmer Gonzalo Higuaín, der sich vor 82.174 Zuschauern in der bitterkalten Soccer City zum ersten Dreifachtorschützen der WM aufschwang. Gut gelaunt resümierte sein Trainer daher nach Spielschluss: "Argentinien hat eine große Partie abgeliefert und war unerbittlich." Sein Argentinien.
Noch vor wenigen Tagen war der Trainer Maradona von allen Seiten kritisiert worden. Der selbstbezogene Altstar bremse die Zaubertruppe um Superstar Lionel Messi nur, hieß es. Uefa-Funktionär Michel Platini soll gar geätzt haben, Maradona habe den Job nur angenommen, weil er Geld brauchte.
Nun wirkt Maradona von Tag zu Tag entspannter. Die Dinge entwickeln für ihn eine angenehme Eigendynamik: Das Achtelfinale ist so gut wie erreicht, Messi glänzt, die Mannschaft steckt Ausfälle wie gegen Südkorea den von Spielmacher Juan Sebastián Verón und, nach wenigen Minuten, den von Abwehrspieler Walter Samuel problemlos weg. "Ich habe 23 Raubtiere hier, die am Trikot hängen, um jederzeit aufs Feld zu kommen", prahlte Maradona. Der Triumph sei nie gefährdet gewesen.

Teil 2: Gauchos stecken auch Demichelis' Patzer weg

  • Aus der FTD vom 18.06.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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