Ein Leben für den Ball
Die Maradona-Show
Maradonas Einlassungen nach Spielschluss haben sich in Südafrika längst als Pflichttermin etabliert. Als Spektakel, als eine Art dritte Halbzeit der unterhaltsamen Sorte. Das Schöne indes: Am Donnerstag waren die ersten beiden Hälften auch nicht schlecht.
Beim 4:1 (2:1) gegen Südkorea in Johannesburg unterstrich Argentinien seine Favoritenrolle bei dieser WM. Gegenüber dem noch mühsamen Auftaktspiel, dem 1:0 gegen Nigeria, konnte die Mannschaft am Donnerstag ihre Chancen besser verwerten - allen voran Mittelstürmer Gonzalo Higuaín, der sich vor 82.174 Zuschauern in der bitterkalten Soccer City zum ersten Dreifachtorschützen der WM aufschwang. Gut gelaunt resümierte sein Trainer daher nach Spielschluss: "Argentinien hat eine große Partie abgeliefert und war unerbittlich." Sein Argentinien.
Noch vor wenigen Tagen war der Trainer Maradona von allen Seiten kritisiert worden. Der selbstbezogene Altstar bremse die Zaubertruppe um Superstar Lionel Messi nur, hieß es. Uefa-Funktionär Michel Platini soll gar geätzt haben, Maradona habe den Job nur angenommen, weil er Geld brauchte.
Nun wirkt Maradona von Tag zu Tag entspannter. Die Dinge entwickeln für ihn eine angenehme Eigendynamik: Das Achtelfinale ist so gut wie erreicht, Messi glänzt, die Mannschaft steckt Ausfälle wie gegen Südkorea den von Spielmacher Juan Sebastián Verón und, nach wenigen Minuten, den von Abwehrspieler Walter Samuel problemlos weg. "Ich habe 23 Raubtiere hier, die am Trikot hängen, um jederzeit aufs Feld zu kommen", prahlte Maradona. Der Triumph sei nie gefährdet gewesen.