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  Südafrika 2010 FTD-Serie: WM am Kap der guten Hoffnung

Bei der Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr hofft Deutschland wieder auf den Titel. Doch etliche andere Nationen haben mindestens so gute Voraussetzungen wie die DFB-Elf. FTD.de analysiert in einem Spezial die Chancen, verfolgt alle Spiele rund um die WM und präsentiert Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.

Merken   Drucken   09.07.2010, 10:00 Schriftgröße: AAA

Die Hand Gottes: Nie wieder WM-Gucken bei Michi

Tintenfisch Paul, in Wahrheit wahrscheinlich ein iberischer Agent mit Namen Pablo, kann einpacken: Hier kommt Partisan Eifelstraße.
© Bild: 2010 AFP
Tintenfisch Paul, in Wahrheit wahrscheinlich ein iberischer Agent mit Namen Pablo, kann einpacken: Hier kommt Partisan Eifelstraße. von Bernd Müllender
Wie es für den Überbringer schlechter Nachrichten (tippte bei allen deutschen Spielen den Sieger richtig) seit altersher üblich ist, gehört der Oberhausener Krake nach dem 0:1 gegen Spanien jetzt in eine Zarzuela, diese spanische Bouillabaisse für Arme.
Welcher Spieler der Aachener Bunte-Liga-Elf Partisan Eifelstraße gesiedet und gebraten wird, steht noch aus. Am besten alle. Denn die Alternativkicker haben Jogi Löws Mannen den Titel versaut! Für die WM hatten Ü30-Fußballer beschlossen, sich für jedes deutsche Spiel reihum zu treffen. Das erste Spiel wurde bei Mittelstürmer Manni geschaut: 4:0 gegen Australien.
Dann traf man sich bei Rückenrekonvaleszent Michi gegen Serbien (0:1), schließlich bei Defensivhaudegen Stefan zum duseligen 1:0 gegen Ghana. Dann war Manni wieder dran: 4:1 gegen England. Schon wieder vier deutsche Tore bei ihm daheim. Eine mysteriöse Serie? Das System der wechselnden Zusammenkunftsorte wurde sofort aufgegeben, auch das Spiel gegen Argentinien gab es also bei Manni. Und: 4:0! Sensationell - das klappt ja wirklich!
Klare Sache: immer bei Manni gucken, und der Titel ist sicher. Tragischerweise hatte Michi, bei dem man das Serbien-Debakel miterlebt hatte, am Mittwoch Geburtstag. Und schon lange zur Feier geladen. Wild wurde diskutiert, doch Michi ließ sich nicht erweichen: "Wir glauben doch nicht ernsthaft an so was." Schweigen. Siegertyp Manni brachte zur Party dann immerhin seinen Beamer mit. Vielleicht sei der ja die Vier-Tore-Garantie, und nicht seine Wohnung an sich.
Doch es half nichts. Das Fest war schnell zu Ende - voller Schuldgefühle des Geburtstagskinds. Keiner wollte mehr mit Michi feiern oder gar den Grund der Niederlage erörtern. Der stand eh fest: Hätten seine Eltern ihn nicht einen Tag früher oder später zeugen können? Seine Frau Mama nicht ein paar Stunden länger aushalten können, damals im Sommer '59? Das Spiel um Platz drei wird wieder bei Manni geguckt. Vier Tore gegen Uruguay sind garantiert. Das kann sich das Oberhausener Tentakelorakel schon mal merken - falls es am Samstag noch lebt.
  • FTD.de, 09.07.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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