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  Südafrika 2010 FTD-Serie: WM am Kap der guten Hoffnung

Bei der Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr hofft Deutschland wieder auf den Titel. Doch etliche andere Nationen haben mindestens so gute Voraussetzungen wie die DFB-Elf. FTD.de analysiert in einem Spezial die Chancen, verfolgt alle Spiele rund um die WM und präsentiert Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.

Merken   Drucken   13.07.2010, 17:58 Schriftgröße: AAA

Die Hand Gottes: Von tschaka tschaka zu Waka Waka

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, lautet eine der zahllosen Fußballweisheiten. Wer sie nach dem dramatischen WM-Finale vergessen haben sollte, den erinnert das südafrikanische Fernsehen sofort daran. von Axel Kintzinger
Dort läuft nämlich seit Tagen die Ankündigung für, jawoll, die Bundesliga. Am 20. August geht es los, und in Südafrika werden künftig wohl mehr Leute via Satellit zuschalten als bisher. Denn da spielen ja ihre neuen Lieblinge Ossil, Swainstaiga und so. Dass der TV-Kommentar von englischen Reportern geliefert wird, stört nicht. So war es schließlich bei der WM auch.
Der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann   Der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann
Mit den Fernsehkommentatoren unserer TV-Welt haben diese allerdings wenig gemein: Sie berichten immer exakt das, was man sowieso gerade sieht, also eher wie im Radio. Wenn Khedira an den Ball kommt, heißt es dann simpel "This is Khedira". Oder wenn Schweinsteiger über den Platz dribbelt, informieren sie den Zuschauer mit einem immerhin zutreffenden "This is Swainstaiga" darüber.
Nun hätten wir in diesen Wochen lieber erfahren, wie Südafrikaner Fußballspiele kommentieren. Natürlich gab's das auch - im Radio -, aber Zulu können wir leider nicht. Wir hätten überhaupt gern mehr über Südafrika erfahren. Doch wir mussten feststellen, dass die WM zwar in Südafrika stattgefunden hat, aber keine südafrikanische WM war. Das Essen in den Stadien war so international wie anderswo auf der Welt auch. Und statt der exzellenten Weine des Landes gab es Sponsorenbier und -brause aus den USA.
Außerdem würden wir an dieser Stelle auch gerne sagen, dass wir künftig mehr vom südafrikanischen Fußball wissen wollen. Doch das wäre gelogen. Vielleicht kann ja mal jemand erklären, warum so ein großes Land mit solch riesiger Fußballleidenschaft meist nur einen kläglichen Kick hinbekommt. Dabei arbeiten sogar einige deutsche Trainer in der hiesigen Liga.
Aber eventuell sind es - Ernst Middendorp, Rainer Zobel - die falschen. Um Südafrikas Fußball auf Vordermann zu bringen, braucht's vielleicht einen Jürgen Klinsmann. Zumindest für eine gewisse Zeit. Von tschaka tschaka zu Waka Waka - das wäre für Klinsmann doch ein Klacks. Und Deutschland könnte sich revanchieren bei seinen wunderbaren Gastgebern, hier in Südafrika.
  • FTD.de, 13.07.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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