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  Südafrika 2010 FTD-Serie: WM am Kap der guten Hoffnung

Bei der Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr hofft Deutschland wieder auf den Titel. Doch etliche andere Nationen haben mindestens so gute Voraussetzungen wie die DFB-Elf. FTD.de analysiert in einem Spezial die Chancen, verfolgt alle Spiele rund um die WM und präsentiert Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.

Merken   Drucken   18.06.2010, 22:40 Schriftgröße: AAA

Duell gegen Algerien: England droht WM-Aus

Sie wurden als Titelaspiranten gehandelt, nun stehen die Inselkicker vor dem Nichts. Ein mageres Unentschieden gegen Algerien, zwei Punkte aus zwei Spielen und keine Aussicht auf Besserung. Erneut zeigten sich die "Three Lions" ihrer unwürdig. von Heinz Büse
Wenig Ideen, kaum Torgefahr, kein Glanz: Nach einer blamablen Nullnummer gegen Algerien droht England bei der Fußball-WM erstmals seit 52 Jahren der Vorrundenknockout. Das zuvor als WM-Mitfavorit geadelte Team aus dem Mutterland des Fußballs entpuppte sich am Freitagabend in Kapstadt erneut nur als biedere Durchschnittstruppe und steht im Gruppenfinale gegen Tabellenführer Slowenien (4 Punkte) unter Siegzwang.
Chaos im englischen Spiel. Kaum eine Aktion klappte.   Chaos im englischen Spiel. Kaum eine Aktion klappte.
Mit zwei mageren Zählern liegen die zahnlosen "Three Lions" in der Gruppe C hinter der punktgleichen USA nur auf dem dritten Platz. Algerien durfte verdient den größten WM-Erfolg seit dem 2:1-Sieg gegen Deutschland 1982 bejubeln und erhielt sich mit dem ersten Punktgewinn die Chance auf den Einzug ins Achtelfinale.
Trainer Fabio Capello wurde an seinem 64. Geburtstag wie die 64.100 Zuschauer im Green-Point-Stadion vom hohen Favoriten bitterlich enttäuscht. Sein vor der WM hoch gehandeltes Starensemble tat sich - wie schon beim 1:1 im ersten Spiel gegen die USA - auch gegen den krassen Außenseiter schwer. Über die gesamten 90 Minuten war kein Unterschied zwischen beiden Teams auszumachen. Anders als erwartet zeigte sich Algerien gleichwertig und beschäftigte die englische Abwehr mehr, als ihr lieb sein konnte. Zudem bereitete es den Nordafrikanern wenig Mühe, das einfallslose Angriffsspiel des Capello-Teams zu stören.
Großes Spezial zur Fußball-WM
Beide Trainer hatten vor Beginn auf die Pannen ihrer Torhüter am Auftaktspieltag reagiert und ihre Nummer 1 ausgewechselt. Englands Coach Capello verbannte Robert Green auf die Bank und verhalf David James im Alter von 39 Jahren und 321 Tagen zum ersten WM-Einsatz. Bei den Nordafrikanern rückte Rais M'Bohli für Faouzi Chaouchi, der das 0:1 gegen Slowenien verschuldet hatte, zwischen die Pfosten.
Erst nach einer halben Stunde musste M'Bohli bei einem Schuss von Englands Kapitän Steven Gerrard erstmals richtig zufassen. Drei Minuten später bewahrte der bei Slavia Sofia beschäftigte Torwart die Algerier mit einer Glanzparade gegen Frank Lampard vor einem Rückstand.
Die Möglichkeiten konnten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es den Insel-Kickern an Esprit fehlte, um die gut organisierte algerische Abwehr auszuhebeln. Die mit den Bundesliga-Profis Karim Matmour (Borussia Mönchengladbach), Karim Ziani (VfL Wolfsburg) und Anther Yahia (VfL Bochum) spielenden "Grünen" waren im ersten Durchgang sogar mehr in Ballbesitz als die statisch agierenden Engländer. Trotz des Dauerlärms der Vuvuzelas waren zur Halbzeit erste Pfiffe der enttäuschten Fans zu hören.
Auch nach dem Wechsel fiel dem Weltmeister von 1966 wenig ein. Der Auftritt von Wayne Rooney und seinen Spielkameraden glich einem Offenbarungseid. Zu allem Überfluss holte sich Abwehrspieler Jamie Carragher seine zweite Gelbe Karte im Turnier ab und fällt gegen Slowenien aus. Zwar berannten die Engländer in der Schlussphase das algerische Tor, doch Chancen konnte sich der Favorit nicht erarbeiten. Der Underdog verteidigte das 0:0 aufopferungsvoll und kann nun mit einem Sieg gegen die USA sogar in die K.o.-Runde einziehen.
  • FTD.de, 18.06.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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