Der Fußballtrainer Fabio Capello
"Robert hat einen Fehler gemacht, aber auch einmal toll pariert", sagte Capello. "Ich will mit ihm sprechen und dann entscheiden." Die Indizienlage spricht trotz dieser Zweifel jedoch leicht für Green, dem unter der Woche quasi von höchster Instanz, nämlich dem Cheffußballkorrespondenten der "Times", ein einwandfreies Charakterzeugnis ausgestellt wurde. "Klasse Typ, hervorragende Tischmanieren", schrieb Patrick Barclay ohne erkennbare Ironie.
Liverpools Jamie Carragher darf trotz einer durchwachsenen Partie gegen die Amerikaner neben dem abgesetzten Kapitän John Terry verteidigen, im Mittelfeld kommt Gareth Barry (Manchester City) zu seinem ersten Einsatz in einem internationalen Turnier. Von Barrys ruhiger Balldistribution in der Zentrale verspricht sich Rooney viel: "Er beschützt die Viererkette und bringt Gleichgewicht in unser Spiel", sagte der 24-Jährige.
Steven Gerrard wird für Barry auf die linke Seite ausweichen, denn Capello will sein 4-4-2-System beibehalten. Gerrard hat seinen Einsatz auf der Außenposition früher missmutig als the "Graveyard Shift", also "die Nachtschicht" bezeichnet, muss sich aber im Dienst der nationalen Sache fügen. "Für England ist es besser, wenn Stevie weiter vorne spielt", sagte Rooney. Mit Barry und Gerrard in der Startelf hat das Team in der WM-Qualifikation überzeugt, 34 Tore gelangen den Briten in ihrer Gruppe.
Rooney hat allerdings schon seit sechs Länderspielen kein Tor gemacht. Capello wollte ursprünglich an Emile Heskey als Sturmpartner beziehungsweise Bodyguard des ManU-Spielers festhalten, verblüffte die Reporter jedoch ungefragt mit der Personalie Jermain Defoe. "Heskey oder Defoe, ich überlege noch", sagte der Italiener. Der kleine Torjäger von Tottenham Hotspur hat selten mit Rooney harmoniert, kann aber im Gegensatz zu Heskey (59 Länderspiele, sieben Tore, das letzte davon beim 4:0 gegen Kasachstan im Juni 2009) selbst treffen.