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Merken   Drucken   28.06.2010, 19:30 Schriftgröße: AAA

Das Letzte: Ein Mann, eine Marke

Die Fifa sollte um ihre Werbeeinnahmen bangen. Denn Fußballern, die sich als Künstlernamen eine Marke zulegen, winkt das große Geschäft.
von Margret Hucko

Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu: Ein Honda, der nicht fährt, sondern läuft? Der Millionen kostet? Und morgen vermutlich die Gauchos aus Paraguay in die Pampa schickt?

Nun, beim Fußball ist bekanntlich alles möglich. Denn Honda heißt auch der gefährlichste Stürmer, der die japanische Mannschaft zu Siegen schießt, wie etwa die Dänen leidvoll erfahren mussten: "Keisuke Honda ist am Ball. Und wieder Honda. Honda tanzt die Dänen aus" - am Ende fielen nicht nur drei Tore für Japan, sondern gefühlte 67-mal der Name Honda in der TV-Moderation.

Japans Keisuke Honda (l.) schirmt den Ball gegen den Kameruner ...   Japans Keisuke Honda (l.) schirmt den Ball gegen den Kameruner Assou-Ekotto ab

Damit siegte Japan über Dänemark, und die Automarke Honda bremste Hauptsponsor Hyundai aus: Während der koreanische Wettbewerber Hyundai 40 Mio. Euro für die Bandenwerbung zahlt, gibt es für Honda Werbung gratis.

Doch wie lange noch? Zu groß klafft hier die Marktlücke - in Zeiten, wo Sportplätze nicht mehr Neckarstadion heißen, sondern Gottlieb-Daimler-Arena. Und die Brasilianer uns seit Jahrzehnten vormachen, dass Künstlernamen besser kicken. Sogar wenn sie in Deutschland spielen: Cacau heißt ja auch Claudemir Jeronimo Barreto.

In Zukunft überweisen Autobauer ihr Geld sicher nicht mehr der Fifa, sondern direkt den Fußballern. Fürs Endspiel könnte die Aufstellung wie folgt klingen: Thomas Volkswagen im Sturm neben Mesut BMW und dem Turboschützen Lukas Porsche. Es gibt nur einen Haken. Wenn es mal nicht mehr läuft, drohen Sätze wie diese: "Audi am Boden" oder "Daimler blamiert Deutschland". Das Einzige, was da hilft, ist, Weltmeister zu werden.

  • Aus der FTD vom 29.06.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland
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