Familienabend mit Frauen und KindernDas zweite Viertelfinale der Fußball-EM in Wien zwischen Kroatien und der Türkei hatte für die Fans in Berlin am Freitag schon als der Abend der Türken begonnen. "Es ist gut voll, und 99,9 Prozent meiner Gäste sind Türken, die anderen 0,1 Kroaten", schilderte Johanna Ismayr vom "Bundespressestrand" in Berlin-Mitte die Zahlenverhältnisse vor den Großbildleinwänden. Auch Peter Gruber von der "Arena" in Berlin-Kreuzberg sagte, es sei "alles in Rot-Weiß getaucht, 80 Prozent Türken". Kroatische Landsleute gibt es in der deutschen Hauptstadt nur etwa 11.000.
Die türkischen und kroatischen Fans gestalteten den TV-Abend offenbar mehr als bisher die deutschen Fans auch als Familien-Abende. "Viele Fußballfreunde bringen ihre Frauen und Kinder mit", sagte ein Mitarbeiter der ebenfalls gut gefüllten Spandauer "Zitadelle".
Bis auf den letzten Platz besetzt war auch das "Café King" in Berlin-Charlottenburg. Es stand 2005 in Verbindung mit dem unrühmlichen Schiedsrichterskandal um Robert Hoyzer und den kroatischen Sapina-Brüdern.
Überhaupt war Berlin gut "beteiligt" an dem EM-Viertelfinale. Die beiden für Kroatien spielenden Kovac-Brüder Nico und Robert wuchsen im Wedding auf, der Türke Hakan Balta wurde in Charlottenburg großgezogen, und der Kroate Josip Simunic spielt in der Bundesliga seit Jahren für den Hauptstadtclub Hertha BSC.