Meister Borussia Dortmund steht zumindest bis zum Samstagabend wieder dort, wo sich das Team von Trainer Jürgen Klopp am wohlsten fühlt - an der Spitze der Fußball-Bundesliga.
Nürnbergs Hanno Balitsch (l) versucht einen Ball von Kevin Großkreutz zu blocken. Foto: David Ebener
Mit einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg im eiskalten Frankenland ist der Titelverteidiger nun schon 14 Spiele nacheinander ungeschlagen und löste zum Auftakt des 20. Spieltag mit 43 Punkten den FC Bayern (40) als Tabellenführer ab.
Allerdings können die Münchner beim Hamburger SV wieder am BVB vorbeiziehen. Vor 45 572 Zuschauern erzielten Borussen-Kapitän Sebastian Kehl (48. Minute) und der eingewechselte Lucas Barrios (82.) am Freitag die Tore. «Es war ein Pflichtsieg - mehr nicht», sagte Torschütze Kehl ohne große Freudenausbrüche.
Die Kälte spielte beim Sieger natürlich keine Rolle mehr. «Es war nicht so schlimm, wie es vorher diskutiert wurde», erklärte Kehl. Bei Temperaturen um zwölf Grad minus waren die Gastgeber zuerst auf Betriebstemperatur gekommen. «Wir haben 20 Minuten richtig gut gespielt», sagte Club-Trainer Dieter Hecking. «Aber wir müssen uns auch einmal belohnen.»
Überraschend gestattete die Meister-Abwehr um Nationalspieler Mats Himmels den Nürnbergern zunächst mehrere hochkarätige Chancen. Nach Ecke wurde ein Schuss von Dominic Maroh erst kurz vor dem Dortmunder Tor von Sven Bender aufgehalten (10.), einen Versuch von Timmy Simons köpfte Shinji Kagawa von der Linie (11.). Und Tomas Pekhart schoss den Ball aus vier Metern über den Borussen-Kasten (19.). «Nürnberg war mit den Standards brutal gefährlich. Es war nicht leicht, das macht den Sieg so besonders», analysierte Klopp.
Die Dortmunder wurden zielstrebiger, mussten jedoch zunächst noch einen Schock wegstecken. Jung-Nationalspieler Bender - in der Hinrunde schon mit einem doppelten Kieferbruch - verletzte sich nach 20 Minuten nach einem unglücklichen Zweikampf am linken Sprunggelenk. Eine längere Pause droht. Jungstar Mario Götze fehlt wegen einer Schambeinentzündung ohnehin noch mehrere Wochen.
Die Stärke des BVB: Blitzschnell brachten die Gäste vor allem über den agilen Japaner Kagawa den Ball immer wieder in die Spitze zu Robert Lewandowski. Der Pole zog zunächst im Privatduell mit Nürnbergs starkem Torhüter Raphael Schäfer den Kürzeren.
Klopp, wie sein Kollegen mit einer dicken Wollmütze, ruderte an der Seitenlinie mit den Armen, kommentierte alle Aktionen wie gewohnt lautstark. Doch ob allein vor dem Tor (21.) oder mit einem Fernschuss (34.) - Lewandowski scheiterte wie auch Kevin Großkreutz (26.) und Kagawa (36.) an Schäfer. Im Mittelfeld ersetzte Moritz Leitner den verletzten Bender. Die zweikampfstarken Gastgeber machten lange Zeit «nicht so viele Räume» auf, wie es Hecking gefordert hatte.
Erst ein langer Pass des 19 Jahre jungen Leitner riss die Nürnberger Abwehr auf. Den Rückpass von Lukasz Piszczek verwertete Kapitän und Routinier Kehl (31) mit einem Flachschuss aus zehn Metern. Wintereinkauf Adam Hlousek, der wieder mit vielen gefährlichen Standards positiv auffiel, leistete sich vor dem entscheidenden Gegentreffer einen Stellungsfehler. Danach brachte der BVB ruhig und abgeklärt die drei Punkte nach Hause, auch wenn der Club weiter kämpfte und ackerte. Barrios machte im Nachsetzen mit seinem ersten Saisontor alles klar.
Nürnberg bleibt mit weiter 21 Punkten nur drei Zähler über der Abstiegszone. Gegen Dortmund war es die sechste Niederlage des Clubs nacheinander.
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