Bayerns Rafinha (r) herzt Arjen Robben nach seinem Traumtor zum 3:0 gegen den HSV.
Aber auch nach vorne ging bei den Münchnern die Post ab. "Jeder sprühte vor Elan. Man hat gemerkt, dass jeder was reißen will", lobte Nationalspieler Mario Gomez. Ein angenehmer Nebeneffekt des Torfestivals von Daniel van Buyten (13. Minute), Ribéry (17.), Robben (34.), Gomez (56.) und Ivica Olic (80.) für die Bayern war, dass sie nach insgesamt 36 Spieltagen erstmals in der Tabelle wieder vor dem großen Titelkonkurrenten Borussia Dortmund stehen. "Wir können aber jetzt nicht aufhören", mahnte Robben, "wir müssen weitermachen."
Gomez relativierte zudem die umjubelte Darbietung. "Wir dürfen uns nichts vormachen. Wir haben guten Fußball gespielt, aber auch gegen einen Gegner, der schwach war." Der HSV war sogar in allen Belangen nicht bundesligatauglich, auch wenn Sportchef Frank Arnesen zur Ablenkung davon die Bayern als "Weltklasse-Mannschaft" hochlobte.
Ein 0:6-Debakel in München hatte Armin Veh im vergangenen März den Trainerjob beim HSV gekostet. Das muss Nachfolger Michael Oenning (noch) nicht befürchten. "Es ist eine derbe Niederlage, die richtig wehtut", kommentierte der Coach fassungslos. "Das einzig Gute ist, auch die Mannschaft weiß jetzt, was die Stunde geschlagen hat." Marcell Jansen sagte nach der Abreibung und dem Saisonfehlstart stürmische Tage vor dem Schlüsselspiel gegen Köln voraus. "Bayern war zwei Klassen stärker. Es wird jetzt knallen - überall!"
Sportchef Arnesen rang um Worte und war bemüht, wenigstens den saisonübergreifend seit zehn Punktspielen sieglosen Oenning aus der Schusslinie zu nehmen. "Wir stützen den Trainer. Er kriegt die Zeit, die er braucht. Ich vertraue dem technischen Stab." Die neuformierte Elf taumelt nach dem radikalen Umbruch führungs- und planlos über den Platz. Es herrscht Alarm. "Wir Spieler standen auf dem Platz. Wir dürfen jetzt nicht den großen Fehler machen, dass eine Diskussion um den Trainer aufkommt", kommentierte Aogo.