Für Mario Gomez war es eine ganz besonders runde Sache. Als Erster traf der deutsche Fußball-Nationalspieler mit dem neuen WM-Ball ins Tor.
Der neue WM-Ball rollt beim Spiel Bayern München - Borussia Mönchengladbach.
Kein Wunder, dass er und seine Bayern- Kollegen, die von «Jabulani»-Hersteller «adidas» ausgerüstet werden, nach der Welt-Premiere unterm Strich besonders voll des Lobes waren. «Der Ball ist definitiv anders als sein Vorgänger», sagte Gomez in der «Bild am Sonntag». «Jabulani» sei ein bisschen härter. «Das tut zwar manchmal weh, aber dafür geht er richtg ab, wenn man ihn richtig trifft», meinte der Bayern-Stürmer, der das Spielobjekt bei seinem Torerfolg auf 95,2 Stundenkilometer beschleunigt hatte.
Die einen so, die anderen so. Während Bayern-Keeper Hans-Jörg Butt bilanzierte «wir haben gewonnen, also muss der Ball gut sein», wetterte der ehemalige Nationalkeeper Timo Hildebrand. «Katastrophe», meinte der Schlussmann von 1899 Hoffenheim, das von adidas-Konkurrent Puma ausgestattet wird. «Der (Ball) geht bei Abschlägen ganz woanders hin und wenn man ihn voll aufs Tor kriegt, kann man nur noch beten», schimpfte Hildebrand.
Offenbar war ihm Beistand gegen den Hamburger SV zumindest gewiss: Ein Tor kassierte er beim 0:0 nicht. HSV-Profi Marcell Jansen meinte nach den ersten Kontakten mit dem Objekt der Fußballer-Begierde: «Die Bälle werden immer verrückter, flattern immer mehr.»
Butt meinte hingegen: «Der Ball fliegt relativ gerade.» Allerdings sei er etwas schneller als andere Bälle. Dass sich «Jabulani» wohl besonders für knallharte Distanzschüsse eignet, dafür sprachen auch Pilipp Lahms Worte über den Ball, der nach Hersteller-Angaben eine «nie dagewesene Rundheit» erreicht. «Tempo hat er absolut.» Das läge wohl an dem etwas größeren Widerstand.
Acht zusammengeschweißte Platten bilden die Außenhaut des Balls, der für die WM im kommenden Jahr in Südafrika konzipiert und entwickelt wurde. Die Außenhaut soll ein stabiles Flugverhalten und eine perfekte Griffigkeit gewährleisten - bei allen Bedingungen. Michael Ballack war sofort begeistert: «Fantastisch, der Ball macht genau das, was ich will», meinte der deutsche Kapitän.
Wer dem Namen des Balles weiter alle Ehre machen wird, wird sich zeigen. Übersetzt bedeutet «Jabulani» - der Begriff stammt aus dem Zulu-Sprachschatz - feiern oder zelebrieren. Holger Badstuber weiß auf jeden Fall schon mal, wie es sich anfühlt. Er erzielte das 2:1- Siegtor der Bayern gegen Gladbach. «Ich hab gleich ein Tor gemacht, der Ball ist gut», sagte der 20-Jährige, für den es zugleich der erste Treffer in der Bundesliga war.
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