Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern hat bei seinen Finanzplanungen einen Rückschlag erlitten. Die Erwartungen der Vereinsführung auf eine Finanzspritze der Stadt erfüllten sich nicht.
Stefan Kuntz im Fritz-Walter-Stadion im April 2008.
Der Stadtrat von Kaiserslautern eröffnete der Betreibergesellschaft des Fritz-Walter-Stadions zwar die Möglichkeit, dem Fußball-Club für die Spielzeiten 2010/11 und 2011/12 einen Nachlass von 1,2 Millionen Euro auf die jährliche Stadionmiete zu gewähren. Zudem sollen jeweils weitere 600 000 Euro gestundet werden.
Um aus seinem Finanzloch herauszukommen, hatte der Verein bei der Stadt einen kompletten Mietnachlass von 1,8 Millionen Euro für die nächsten beiden Jahre in der zweiten Liga beantragt - sowie 1,2 Millionen Euro Nachlass für das erste Jahr nach dem eventuellen Aufstieg ins Oberhaus und für das zweite Jahr von noch einmal 600 000 Euro. Da der FCK die Unterdeckung seines Etats in der Bilanz ausweisen muss, könnte es Probleme mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wegen der Lizenz geben.
«Wir sind sehr überrascht, dass von dieser Regelung abgegangen wurde. In Bezug auf unsere Liquidität hilft es uns, aber bezüglich der bilanziellen Überschuldung bleibt sie wirkungslos», sagte Vorstandschef Stefan Kuntz. Der Stadtrat habe damit eine Chance vertan, «ein tolles Zeichen der Solidarität mit dem Verein zu setzen». Kuntz wies darauf hin, dass der Verein ohne Hilfe von außen seine sportlichen Ziele nicht erreichen könne.
Die Entscheidung der Stadt wirkt sich deshalb so negativ aus, weil eine Betriebsprüfung der Jahre 2000 bis 2003 vor kurzem ergeben hat, dass der Verein noch über drei Millionen Euro an das Finanzamt zahlen muss. Der FCK hatte dafür aber nur Rücklagen von ursprünglich 750 000 Euro aufgebaut, diesen Betrag später vorsorglich auf 2,35 Millionen Euro aufgestockt.
«Durch die Art und Weise, wie wir in den vergangenen 18 Monaten gewirtschaftet haben, wären wir auch mit der geplanten Mietreduzierung in Höhe von 1,2 Millionen Euro zu Recht gekommen. Dass dies nun nicht mehr der Fall ist, liegt am Ergebnis der Betriebsprüfung», räumte Kuntz ein. Nach Angaben des ehemaligen Nationalspielers ist es dem FCK durch die Entscheidung des Stadtrates «erheblich erschwert worden», die Überschuldung abzubauen.
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