Bayern München bleibt das Maß aller Dinge in der Fußball-Bundesliga: Im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen setzt sich der Rekordchampion souverän durch. Arjen Robben gelingt nach seiner Verletzungspause ein glanzvolles Comeback.
Die Bayern dominieren die Fußball-Bundesliga weiter nach Belieben. Im ersten Heimspiel während des Oktoberfestes schenkten die Münchner Vizemeister Bayer Leverkusen leicht und locker ein 3:0 (2:0) ein.
Thomas Müller (5. Minute), Daniel van Buyten (19.) und Arjen Robben (90.) erzielten vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena die Tore. Mit dem neunten Zu-Null-Sieg in Serie behauptete der deutsche Rekordmeister am 7. Spieltag seine Tabellenführung. Die wieder einmal in München versagenden Leverkusener liegen bereits beachtliche acht Punkte zurück auf Rang zehn.
Thomas Müller (2.v.r.) überwindet Torhüter Bernd Leno (l.)
"Insgesamt können wir zufrieden sein. Wir sind im Moment sehr gut drauf und machen die Tore immer zum richtigen Zeitpunkt", sagte Bayern-Mittelfeldspieler Toni Kroos. "Es macht sehr viel Spaß. Jeder arbeitet für den anderen", fügte Bastian Schweinsteiger hinzu. Richtig angefressen war dagegen Bayers Stefan Kießling: "Wir nehmen uns so viel vor und dann kriegst du nach fünf Minuten das 0:1. Du glaubst, du bist im falschen Film. Wir müssen uns jetzt zusammenraufen und da als Mannschaft wieder rauskommen."
Bayer-Coach Robin Dutt sah auch in der Niederlage noch Positives: "Die Mannschaft hat sich defensiv geweht und nie aufgegeben." Dabei waren keine fünf Minuten gespielt, da war das Topspiel des 7. Bundesliga-Spieltags im Grunde schon entschieden. Dutt war eine Woche nach der 1:4-Derbypleite gegen den 1. FC Köln angesichts der langen Ausfallliste das Wagnis eingegangen, den 18 Jahre jungen Danny da Costa als Rechtsverteidiger aufzubieten.
Der Bundesliga-Debütant sollte zusammen mit dem vor ihm postierten Hanno Balitsch auf der rechten Abwehrseite Franck Ribéry stoppen. Doch der sehr spielfreudige Franzose ließ nach einem Zuspiel des wieder einsatzfähigen Mario Gomez den unerfahrenen da Costa bei einem kurzen Antritt auf dem linken Flügel stehen, passte präzise nach innen, wo Nationalspieler Müller den Ball ins Tor spitzeln konnte.
Was folgte, war mehr als ein Klassenunterschied. Die Bayern dominierten nach Belieben, allerdings ohne sich drei Tage vor dem Champions-League-Heimspiel gegen Manchester City zu verausgaben. Gegen das Münchner Defensiv-Bollwerk agierte Leverkusen ohne den gesperrten Nationalspieler André Schürrle und den erkrankten Michael Ballack mut- und einfallslos. Kießling hatte in der 11. Minute eine Chance, seinen laschen Schuss parierte Manuel Neuer aber locker.
Die Bayern beherrschten Ball und Gegner - und legten frühzeitig ein zweites Tor nach. Dass der Schuss von Innenverteidiger van Buyten bei seinem indirekten Freistoß durch die Leverkusener Abwehrmauer flog, passte ins desolate Bild des Bayer-Auftritts. Im 33. Ligaspiel in München setzte es für den Werksclub die 25. Niederlage; der letzte von nur zwei Siegen bei den Bayern gelang im Oktober 1989 (1:0).
Auch wenn die Bayern nach dem Seitenwechsel bisweilen etwas lässig ihren 2:0-Vorsprung verwalteten, kamen sie nicht in Gefahr. Immerhin konnte der seit 838 Pflichtspielminuten unbezwungene Nationaltorhüter Neuer bei einem Schuss von Gonzalo Castro nochmal beweisen, dass auch seine Anwesenheit auf dem Platz nicht völlig überflüssig war (52.).
Letzter Höhepunkt einer einseitigen Partie war das kurze Comeback von Robben, der nach fünfwöchiger Verletzungspause wegen einer Schambeinentzündung in der 78. Minute die frenetisch umjubelte Rückkehr ins Team feierte. Mit seinem zweiten Saisontor krönte der Niederländer seinen Auftritt. "Es war wichtig, wieder den Rhythmus zu bekommen. Ich habe mich richtig gefreut, in eine so starke Mannschaft wieder reinzukommen", sagte Robben.
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